Das Blut, das in den Adern der Kaltblüter fließt, ist alles andere als kalt. „Es gibt kaum ein warmherzigeres Tier als ein Kaltblut“, sagt Arne Brahmstädt. Der Hofbesitzer aus Ahrensbök arbeitet seit vielen Jahren mit den bis zu 900 Kilo schweren Pferden, und das am liebsten im Wald. Boden- und naturschonender als jede Maschine bewegen sie Baumstämme, helfen bei nachhaltiger Bodenbearbeitung und unterstützen damit ein gesundes Nachwachsen des Waldes. Genau wie Arne Brahmstädt liebt und schätzt auch Bernd Hansen aus Silberstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) das Kaltblut, vor allem die Rasse der Schleswiger. Die Pferdeart aus der Region steht auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen. Bernd Hansen kämpft mit seiner Zucht gegen das Aussterben der sanften Riesen an. Mit Erfolg. Jede Geburt bei den Pferden ist ein Highlight. Und wenn Fohlen und Mutterstute nur kurze Zeit später gemeinsam über die Koppel tollen, geht Bernd Hansen das Herz auf. Schleswiger-Wallach Mücke lebt seit sieben Jahren bei der Flensburgerin Justine Kuppe. Sein massiger Körper mit 900 Kilogramm Gewicht steckt voller Temperament. Das nutzt die junge Frau bei gemeinsamen Auftritten bei Shows und auf Messen. „Wir trainieren Kunststücke, die kaum jemand einem solch scheinbar schwerfälligen Tier zutraut“, sagt Justine. Mit Geduld und viel Liebe hat die 29-Jährige es geschafft, dass Mücke ihr bedingungslos vertraut. Die Reportage zeigt, wie die gutmütigen Kaltblüter das Herz ihrer Besitzerinnen und Besitzer jeden Tag aufs Neue im Sturm erobern.