Dieter Voss ist diesmal unterwegs in Fritzlar. Die wunderschöne alte Stadt in Nordhessen liegt an der Eder und wird geprägt vom Dom, vielen Türmen und einer Vielzahl komplett erhaltener Fachwerkhäuser.

Hier trifft Voss auf eine starke Feuerwehrfrau, die zusammen mit ihren Kollegen an dem schweißtreibenden Wettkampf "Toughest Firefighter Alive" teilnimmt, einer Art Ironman der Feuerwehrleute. In Europas größter Sauerkrautfabrik verfolgt Dieter Voss den Weg des Weißkohls vom Feld bis zur Verköstigung im Labor.

Außerdem macht er die Bekanntschaft mit Benni, einem zahmen Wildschwein, das mit seinem Besitzer Gassi geht und sogar schon in Filmen mitgespielt hat. Im Ortsteil Geismar hat eine Gruppe engagierter Bürger in jahrelanger Arbeit ein altes Dorf der Chatten originalgetreu nachgebaut. Hier erfährt Dieter Voss jede Menge über das Leben der hessischen "Ureinwohner".

Der Fritzlarer Bläserchor, ein traditionsreiches Blasorchester, hat den wohl ungewöhnlichsten Probenraum Hessens: Er befindet sich direkt über dem Domportal und hat sogar eine eigene Zapfanlage. Der Auftritt vor dem Dom bildet das große Finale der Sendung.

Fritzlar

Die Fritzlarer Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und seit den siebziger Jahren liebevoll saniert wurde, ist ein Geflecht aus verwunschenen Gassen, schiefen Häuschen und viel Fachwerk. Innerhalb weniger Minuten kann man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen.

Am Marktplatz fügen sich die schönsten Häuser zu einem harmonischen Ensemble: das mittelalterliche Gildehaus mit schwarzem Türmchen, das sogenannte HNA-Haus, das älteste Steinhaus der Stadt, oder das Haus Seibel, ein Ständerhaus.

Nicht weit davon findet sich mit dem Spitzenhäuschen das älteste und wohl schiefste Fachwerkhaus Fritzlars. Dahinter steht das Rathaus, das als ältestes Amts- und Rathaus Deutschlands gilt. Eine Besonderheit ist das Hochzeitshaus: in diesem größten Fachwerkbau Nordhessens ist heute das Regionalmuseum untergebracht.

Fritzlar hat ungewöhnlich viele, gut erhaltene Wachtürme aus dem Mittelalter. Der 38 Meter hohe Graue Turm kann gegen einen geringen Eintritt besichtigt werden - der Blick von oben lohnt!

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Kontakt

Touristinformation Fritzlar
Zwischen den Krämen 5
34560 Fritzlar
Telefon: 05622 988643
E-Mail: touristinfo@fritzlar.de
Internet: www.fritzlar.de

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Der katholische Bläserchor

Über 30 Musiker und Musikerinnen sind sie heute, vor 90 Jahren war das anders: da durften erst mal nur Männer mitspielen. Der Bläserchor (ein traditioneller Ausdruck für sinfonisches Blasorchester) ist ein wichtiger Teil der Fritzlarer Kulturszene und spielt nicht nur im Dom bei Gottesdiensten, sondern gibt auch Konzerte in und um Fritzlar, dann mit einem modernen Programm.

In der Sendung spielt der Bläserchor die "Toccata d moll" von Johann Sebastian Bach in einer poppigen Form und tritt am Ende gemeinsam mit Gastsänger Christian Durstewitz auf - mit dem Lied "I believe I can fly".

Dieter Voss besucht den Chor in seinem originellen Probenraum, dem "Bläserstübchen" direkt im Dom, und bewundert die Bierzapfanlage, die sich die Mitglieder vor über 40 Jahren dort eingebaut haben - einzigartig in ganz Hessen. Und sogar kirchlich abgesegnet.

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Kontakt

Katholischer Bläserchor Fritzlar
E-Mail: vorstand@katholischer-blaeserchor.de
Internet: www.katholischer-blaeserchor.de

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Wildschwein Benni

Vor sieben Jahren hatte ein kleines Wildschwein-Baby "Riesenschwein": als einziger Überlebender einer Jagd fand Benni, damals nur ein paar Wochen alt, seinen Weg zu Familie Schade in Fritzlar-Ungedanken. Die zogen den Frischling mit der Flasche und viel Liebe auf und heute ist der 150-Keiler so zahm, dass er sich sogar den Bauch kraulen lässt.

Zudem ist er "Filmstar", da er schon in zwei Spielfilmen aufgetreten ist. Dieter Voss macht die Bekanntschaft mit Benni und darf ihn, nach vorsichtiger Annäherung, sogar streicheln.

Der Büraberg und der Kunstwanderweg "Ars Natura"

Der Büraberg in der Nähe des Fritzlarer Ortsteils Ungedanken ist einer der geheimnisvollsten Orte der Gegend. Seit Jahrtausenden besiedelt, gab es hier eine mächtige fränkische Grenzfestung zum Schutz gegen die Sachsen, die sogenannte Büraburg. Bonifatius begann von hier aus seine Missionstätigkeit bei den germanischen Chatten.

Bereits im sechsten Jahrhundert entstanden Teile der Kirche St. Brigida. Damit wäre sie eine der ältesten Kirchen nördlich des römischen Limes. Seit dem 18. Jahrhundert findet hier jährlich an jedem Bittsonntag, dem fünften Sonntag nach Ostern, die berühmte Büraberg-Prozession statt. Vom Büraberg kann man einen weiten Blick hinüber nach Fritzlar genießen.

Mit Bonifatius, dem Apostel der Deutschen, der in dieser Gegend wirkte, beschäftigt sich auch ein Teil des Kunstwanderwegs "Ars Natura", der in unmittelbarer Nähe des Bürabergs vorbeiführt. Einige Werke setzen sich mit dem Fällen der Donareiche im Jahr 723 auseinander: da hatte der Missionar die den Chatten heilige Eiche gefällt.

"Bonifatius' Reue" etwa zeigt eine große Hand aus Steinen, aus deren Mitte wieder ein Baum wächst. Ein anderes Objekt verweist auf die berühmte Axt. In jedem Fall ist dieser Fernwanderweg, der auf insgesamt mehreren hundert Kilometern bislang 350 Kunstwerke zeigt, auch um Fritzlar herum absolut sehenswert.

Weitere Informationen

Kontakt

ARS NATURA-Stiftung
Am Blaubach 5
34286 Spangenberg
Telefon: 05663 1746
E-Mail: info@ars-natura-stiftung.de
Internet: www.ars-natura-stiftung.de

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Das Chattengehöft Alt-Geismar

In den siebziger Jahren wurde ganz in der Nähe des Fritzlarer Ortsteils Geismar eine große Siedlung der Chatten ausgegraben. Die Vorfahren der Nordhessen hatten hier von etwa 200 vor Christus bis zur ersten Jahrtausendwende gelebt.

Im Jahr 1998, anlässlich der 1275-Jahr-Feier von Geismar (das somit sogar ein Jahr älter als Fritzlar ist), begann eine Gruppe von Bürgern, eine Wohnanlage der Chatten möglichst originalgetreu wieder aufzubauen. In vielen hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben sie mit alten Materialien wie Lehm und Holz die Welt der Chatten neu erschaffen: ein kleines Gehöft aus Pfahlbauten, die Dächer mit Grassoden begrünt.

2014 hat die Gruppe die ganze Anlage "runderneuert", und so sehen heute das große Wohnhaus, das Grubenhaus für Vorräte, der Brunnen sowie das neueste Projekt, ein funktionierender Lehmofen, besonders schön aus.

Der kleine "Freilichtpark" befindet sich am Ortsrand von Geismar. Interessierte Gruppen können ihn nach Voranmeldung besuchen. Jährlich finden hier auch Dorffeste statt.

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Besichtigung und Führungen möglich über:
Geschichts- und Kulturverein Geismar Telefon: 05622 3431 oder 05622 5106

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"TFA" - der Feuerwehr-Extremsport

"Toughest Firefighter Alive", zu Deutsch also "Stärkster lebender Feuerwehrmann" - so heißt ein Extremsport, der ursprünglich aus den USA stammt. Es ist ein schneller, anstrengender, kraftvoller Wettkampf in verschiedenen Variationen. Fritzlar hat eines der besten Teams Europas.

Der Wettbewerb hier besteht aus fünf festgelegten, nacheinander auszuführenden Einzelübungen, ähnlich einem Triathlon:

  • Zuerst muss ein 19 Kilogramm schweres Schlauchpaket in den dritten Stock, auf etwa zwölf Meter Höhe, hoch getragen und auf einem festgelegten Punkt ablegt werden. Die ganze Zeit über tragen die Wettkämpfer dabei eine Atemmaske und auf dem Rücken ein Sauerstoffgerät.
  • Von oben wird ein weiteres 19-Kilo-Paket in den dritten Stock hochgezogen und ebenfalls abgelegt. Dann geht's die Treppe runter, es darf keine Stufe ausgelassen werden.
  • Als nächstes wartet die Schlagmaschine: mit einem 4-Kilogramm-Hammer schlägt der Sportler ein Gewicht (72,5 Kilogramm) über 1,50 Meter nach hinten.
  • Jetzt muss ein 42,5 Meter langer Slalomkurs absolviert werden, ohne eine Pylone zu vergessen oder umzureißen. Am Ende des Slalomkurses wird ein Strahlrohr aufgenommen, damit läuft man mit dem bereits mit Wasser gefüllten angekuppelten Schlauch 23 Meter nach vorne. Dann muss ein Hindernis mit dem Wasserstrahl umgespritzt werden.
  • Als letztes muss man einen Dummy, der knapp 80 Kilo wiegt, aufnehmen und rückwärts mit dem Rautekgriff rund 40 Meter bis zum Ziel ziehen. Gewertet wird die Gesamtzeit.

Die "TFA"-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Fritzlar gibt es seit 2009, und seitdem haben die Jungs und eine Frau bereits viele Erfolge bei deutschen und internationalen Wettbewerben erzielt. Das Besondere an der Gruppe: mit Vera Winkler ist die hessenweit einzige Frau dabei.

Das Ganze ist aber nicht nur Hobby, sondern dient auch der körperlichen Fitness, die bei echten Einsätzen wichtig ist. Und außerdem finden sie so hoffentlich mehr Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr.

Weitere Informationen

Kontakt

TFA-Team Fritzlar
Steffen Link
Meydeweg 10
34560 Fritzlar
E-Mail: steffen.link@tfa-fritzlar.de
Internet: www.tfa-fritzlar.de

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Weißkohlernte und Firma Hengstenberg

Zwischen Ende August und November ist Weißkohlernte rings um Fritzlar. Dann sprießen die riesigen Kohlköpfe und die Felder versinken in einem saftigen Hellgrün. Rund 30.000 Tonnen Weißkohl werden jährlich von den Vertragsbauern geerntet und in Europas größte Sauerkrautfabrik, zu Hengstenberg in Fritzlar, gebracht. Im Minutentakt rumpeln die Traktoren aufs Fabrikgelände. Tausende grüne Köpfe rollen dann über die Fließbänder, um schließlich in einem langen Prozess zu Sauerkraut zu vergären.

Für "Herrliches Hessen" eröffnet Hengstenberg auch einen Blick in sein Labor. Dort wird die Qualität des Sauerkrauts nicht nur mit technischen Mitteln geprüft, sondern auch durch die tägliche Verkostung. Hierbei untersuchen Labormitarbeiterinnen sowie "normale" Testesser aus der Fabrik mittels Geschmackstests, ob das Kraut den angestrebten Qualitätsstandards genügt.

Geübte Tester können am Aussehen oder Geschmack des Sauerkrauts viele Einzelheiten "erschmecken": etwa ob die Gärung lange genug gedauert hat, ob die Probe noch zu sehr nach Kohl oder zu sauer schmeckt - oder einfach lecker ist.

Moderator Dieter Voss begleitet den Weg des Kohls vom Feld über die Ankunft in der Fabrik bis zum Geschmackstest im Labor und lernt viel über das so beliebte Sauerkraut.

Weitere Informationen

Kontakt

Hengstenberg GmbH & Co. KG
Pappelallee 4-16
34560 Fritzlar
Telefon: 05622 8040
E-Mail: info@hengstenberg.de
Internet: www.hengstenberg.de

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Dom zu Fritzlar

Der Dom "St. Peter" prägt das Fritzlarer Stadtbild. Von allen Seiten überragt er den wehrhaften Ort. Für viele ist er eine der schönsten Kirchen Nordhessens - eine der bedeutendsten ist er allemal. Mit dem Holz der gefällten Donareiche soll Bonifatius eine erste Kirche errichtet haben - den Ort nannte er "Frideslar", also "Ort des Friedens". 732 wurde eine erste Steinkirche errichtet.

Das heutige Aussehen mit den beiden stolzen Doppeltürmen an der Westseite und dem "Paradies", also der Vorhalle, erhielt der Dom in den folgenden Jahrhunderten. Romanik und Gotik mischen sich auf harmonische Weise.

Zu den Sehenswürdigkeiten im Inneren zählen die Katakomben mit alten Gräbern, die Krypta und das Dommuseum. Dort steht auch einer der größten Schätze, das Heinrichskreuz. Dieses mit 346 Edelsteinen, Gemmen und Perlen besetzte Kreuz entstand im elften Jahrhundert und war ein Geschenk Kaiser Heinrichs II. an das "St. Petri"-Stift in Fritzlar.

Weitere Informationen

Kontakt

Stadtpfarrer Jörg-Stefan Schütz
Dr.-Jestädt-Platz 11
34560 Fritzlar
Telefon: 05622 99990
Internet: www.katholische-kirche-fritzlar.de

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Sänger Christian Durstewitz

Bekannt wurde der gebürtige Fritzlarer 2010 durch "Unser Star für Oslo", als Lena Meyer-Landrut gewann und Deutschland beim "Eurovision Song Contest" vertrat. Doch auch für den damals 20-Jährigen ging damit die Karriere richtig los.

Kein Wunder, denn Christian, den nicht nur in Fritzlar alle "Dursti" nennen, ist ein echtes musikalisches Multitalent: er spielt ein knappes Dutzend Instrumente und komponiert seine Songs selbst. Und falls es mit der Musik doch nicht klappen sollte, so hat der kluge Sänger vorgebaut - er studiert Biologie und Chemie auf Lehramt.

In unserer Sendung stattet "Dursti" seiner Heimatstadt einen Besuch ab. Das tut er ohnehin regelmäßig, denn seine Familie ist groß und musikalisch: es gibt enge Verbindungen zum Bläserchor. Perfekt für das musikalische Finale dieses "Herrliche Hessen" also der Auftritt des Bläserchors mit Christian Durstewitz als Gastsänger. Auf dem Domplatz treten sie gemeinsam auf mit der Ballade "I believe I can fly".

Weitere Informationen

Kontakt

Christian Durstewitz
Internet: www.christiandurstewitz.de

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Moderation: Dieter Voss

Sendung: hr-fernsehen, "Herrliches Hessen", 21.07.2018, 17:45 Uhr