Ende Juli, wenn im Vinschgau die Marillen reif sind, beginnt in den Orten Laas und Tschengel und am Schlandereser Nordersberg eine besondere Zeit. Der Vinschgau ist eine trockene Gegend, und das ist gut für die empfindliche Vinschger Marille. Ein Regen zum falschen Zeitpunkt lässt die Marillen aufspringen und macht sie unverkäuflich.

Und während die Männer versuchen, die Ernte ins Trockene zu bringen, wird in den Küchen eingeweckt und eingekocht. In Laas gibt es jetzt kein Gasthaus, in dem es nicht Marillenknödel gibt. Allerdings kocht Olinda vom Gasthaus Krone die Knödel mit Topfenteig, während Frau Marseiler vom Gasthaus Sonne sie nach dem Originalrezept mit Kartoffelteig zubereitet.

Laas ist aber nicht nur wegen seiner Marillen bekannt, sondern auch wegen seines weißen Marmors. Die Löwen vor der Feldherrnhalle in München etwa sind aus diesem Marmor. Ludwig von Schwanthaler, der Hofbildhauer Ludwig I., war ein großer Bewunderer dieses Steins. Dieser wertvolle Stein wird heute noch hoch über Laas aus dem Berg gebrochen und auf abenteuerlichen Bahnen ins Tal befördert.