Eine Woche lang nur beten, arbeiten, lesen? Die Tage unter Mönchen versprechen Sarah keine große Aufregung. Im Kloster von Langwaden leben neun Mönche unterschiedlichen Alters nach den Regeln der Zisterzienser zusammen, und die Tradition dieses Ordens strukturiert den Tag vom Erwachen bis zum Schlaf.

Auch wenn Sarah zunächst den sinnlichen Genuss vermissen wird, findet sie in der Einfachheit dieses Lebens und der Geduld der Mönche eine andere Form von Lebensqualität wieder. Bei der Gartenarbeit und beim Kochen erlebt sie das Leben hinter Klostermauern und darf auch fragen, wie die Männer zum Mönchsleben gekommen sind.

Doch verschlossen ist das Kloster gar nicht: Hier arbeiten neben den Mönchen auch Männer, die in Langwaden nach einer Zeit der Verlorenheit wieder ein Zuhause fanden, Gäste sind willkommen, und für Mönche, Arbeiter und Gäste steht im Klosterrestaurant ein weltlicher Koch an den Töpfen. Herr Küchel kennt seine Mönche: Was sie lieben, ist Pünktlichkeit - was sie nicht lieben, ist Unpünktlichkeit.

Welche Rolle mag das Essen für die Mönche spielen? Denn zum Speiseraum hat die Köchin keinen Zutritt. Traditionell wird dort schweigend gegessen, während aus der Bibel vorgelesen wird. Beschwerden über die Speisekarte gab es in all den Jahren nicht - ebenso wenig wie großes Lob. Und da wird Sarah nun doch neugierig, ob die Mönche überhaupt gerne gut essen.