Dreharbeiten zu "hessen à la carte"

"Hessen à la carte" ist schon lange am Herd. Es ist wohl die älteste Kochsendung im Fernsehen, zumindest die älteste, die heute noch ausgestrahlt wird. Erfunden wurde der Titel Anfang der 80er Jahre im Rheingau auf der Drosselgasse, als TV-Redakteur Karl-Heinz Stier mit dem damaligen Bürgermeister von Rüdesheim spazieren ging: "Man müsste doch mal ..."

Michaele Scherenberg entwickelte aus der Idee das Konzept, in dem es nicht nur um hessische Rezepte, sondern auch um Geschichte und Geschichten, um Land und Leute gehen sollte. Gedreht wurden die 45-Minuten-Folgen zunächst mit einem größeren TV-Team unter Leitung des Kameramanns Hans-Dieter Schaier, der den Szenen ihren besonderen Ausdruck gab und eine spezielle Art der Rezept-Aufnahmen entwickelte.

Erst sollte es nur zwei Sendungen geben, doch die Zuschauer waren so begeistert, dass immer mehr Filme folgten. Rezepte und Regionen in ganz Hessen wurden vorgestellt und zu jeder Sendung gab es eigene Rezept-Broschüren, die gratis verschickt wurden und später zu Büchern zusammengefasst wurden. "Hessen à la carte" wurde zu einer hessischen Lieblingssendung. Moderiert wurde sie von Michaele Scherenberg und Karl-Heinz Stier, die immer in einem wechselnden Oldtimer von Ort zu Ort fuhren. Ganz besonders gefiel den Zuschauern die kleine BMW mit Eriba-Puck-Anhänger aus den 50er Jahren.

Zur Jahrtausendwende machte sich "Hessen à la carte" dann ein wenig frisch. Die Sendung wurde in eine Studiosendung umgestaltet, in der Landfrauen und die Profiköche André Grossfeld und Mirko Reeh gemeinsam mit Michaele Scherenberg alte und neue Rezepte vorstellten. Natürlich gab es auch dabei gern Gebabbel und viele vergnügte Einspielteile aus dem Hessenland.

Der nächste Wandel brachte "Hessen à la carte" aber wieder hinaus auf die "Gass". Die geniale Produktionsart der Video-Reportagen durch einzelne ausgebildete Journalisten machte es möglich, dass für die Sendung nun überall gekocht und geschwätzt werden konnte.

Michaele Scherenberg und ihre Kollegin Nina Thomas reisen seit 2006 für "Hessen à la carte" mit Vergnügen zu unterschiedlichsten Drehorten, um auch auf kleinstem Raum mit ihren Kameras zu drehen. Manchmal gibt es sogar ein Wiedersehen mit Landfrauen aus früheren Folgen, "Hessen à la carte" ist eben wirklich eine Familie!