Es soll einer der schönsten Tage des Jahres werden – doch es wird ein Alptraum. In Volkmarsen wollen sie schunkeln, lachen und feiern. Wie in jedem Jahr am Rosenmontag in der nordhessischen Kleinstadt. Jubelnd und „Schurri“-rufend erwarten Karnevalsbegeisterte den bunten Zug der Narren. Bis um 14.45 Uhr ein 29-jähriger Mann einen silberfarbenen Mercedes in die Menschenmenge steuert.

154 Menschen werden verletzt, viele von ihnen traumatisiert. Darunter viele Kinder. Die Amokfahrt von Volkmarsen ist eines der größten Verbrechen, die es in dieser Art jemals in Hessen gegeben hat. Warum macht ein Mensch so etwas? Einer, der selbst in der nordhessischen Kleinstadt zuhause ist? Diese Frage beschäftigt die Menschen in Volkmarsen seit dem 24. Februar 2020.

Bis heute hat sich der Amokfahrer zu seiner Tat nicht geäußert. Ohne Antworten, ohne Erklärungen und noch immer fassungslos müssen die Menschen in Volkmarsen mit dem Geschehenen weiterleben. Wie gehen Opfer und Angehörige mit dem Erlebten um? Wie hat sich ihr Leben und das Miteinander in der Gemeinschaft des Ortes verändert? Welche Schritte und welche Hindernisse gibt es auf dem Weg zurück in eine Art Normalität – 100 Tage danach? Und wie wirkt sich die Corona-Krise auf diesen Prozess aus? Ein Reporter-Team des hr-Fernsehens kehrt zurück an den Ort der Amokfahrt und geht diesen Fragen nach.