Dr. Gerhard Wetzig aus Lindenfels im Odenwald ist einer der letzten seiner Zunft, denn er ist überzeugt: „Mit dem Ladenhüter freiberuflicher Einzelkämpfer auf dem Land locken Sie heute keinen Dreißigjährigen hinter dem Ofen vor.“ Und da er nicht einfach irgendwann seine Praxis schließen und die Lindenfelser ohne Arzt dastehen lassen will, hat er zusammen mit Kollegen eine Genossenschaft gegründet.

Sie wollen junge Ärzte anstellen. Der Reiz für die Nachfolger: Sie sind nicht allein verantwortlich, tragen kein unternehmerisches Risiko. Mehrere Ärzte teilen sich die Arbeit, keiner hat mehr eine Sechzig-Stunden-Woche - so wie der Landarzt alter Schule. Funktioniert das neue Konzept?

Doch dieser Weg ist nur eine Möglichkeit raus aus der Krise. Telemedizin heißt das neue Schlagwort. Doch wie ist es, wenn der Patient mit einem Arzt spricht, den er noch nie gesehen hat, wenn er seine Diagnose per Telefon bekommt? Am konsequentesten setzen derzeit die Schweizer auf Telemedizin. Digitalarzt Manuel Puntschuh sitzt in einem Callcenter in Basel und behandelt Patienten aus der ganzen Schweiz per Telefon. Medikamente und Krankenscheine gibt es ganz ohne Arztbesuch. Ist das ein Vorgeschmack auf die Zukunft?

Sendung: hr-fernsehen, "hessenreporter", 14.04.2019, 18:30 Uhr