Es könnte so einfach sein: Da sind zwei Brüder, die wollen Altenpfleger werden. Einen Arbeitsplatz hätten sie schon. Also kein Problem? Leider doch. Denn Altaf, 26 Jahre alt, und Manzor Hussain, 29 Jahre alt, kommen aus Afghanistan. Ihre Flucht vor Verfolgung und Vertreibung endete 2014 in Deutschland. Mittlerweile sind sie anerkannt, dürfen erst mal bleiben.

Pflegenotstand: eine Chance für Altaf und Manzor?

Seit beinahe zwei Jahren arbeiten sie als Hilfskräfte in dem Kronberger Altenheim, das sie gerne zum Altenpfleger ausbilden würde. "Solche Leute brauchen wir", schwärmt der Pflegedienstleiter und lobt ihre Zuverlässigkeit, ihre Motivation und ihr Einfühlungsvermögen.

Doch der Ausbildungsplatz rückt in weite Ferne: Es fehlen Dokumente, die die Schul- und Berufsausbildung der beiden gelernten Physiotherapeuten belegen.

Die letzten Unterlagen und sogar die einzigen Fotos ihrer Mutter wurden ihnen auf der Flucht von der bulgarischen Polizei abgenommen. Ohne Ursula Grünewald und Helmuth Butt vom Königsteiner "Freundeskreis Asyl", die ihnen wie "Ersatzeltern" zur Seite stehen, wären sie hier verloren, sagen sie. Vor allem die Bürokratie, das Amtsdeutsch der Behördenbriefe, die fremden Sitten und Gebräuche sowie nicht zuletzt die deutsche Sprache an sich bereiten Altaf und Manzor Probleme. Immer neue Schwierigkeiten verhindern ihren Neuanfang hier in Deutschland. Werden sie durchhalten?

Unser „hessenreporter“ Benedikt Fischer hat die beiden Brüder einige Monate lang begleitet auf ihrem schwierigen Weg in ein normales Leben.

Sendung: hr-fernsehen, "hessenreporter", 8.10.2019, 21:45 Uhr