Lehrermangel lähmt die Schulen. In der Not werden immer mehr Quereinsteiger umworben – egal, ob sie etwas können oder nicht. Die hr-Journalistin Petra Boberg wagt den Selbstversuch, als Lehrerin ohne Ausbildung mit ihrem Familiennamen Petra Bollmann vor der Klasse zu bestehen.

Für drei Monate unterrichtet sie eine 1. und eine 4. Klasse in Deutsch, Sachkunde und Musik. So fällt der Unterricht in der Brennpunktschule nicht aus. Aber wird es mehr sein als nur Betreuung? Werden die Kinder bei ihr auch etwas lernen?

Plötzlich Lehrerin

Der Lehrerverband schätzt, dass deutschlandweit aktuell 40.000 Stellen durch Studenten, Pensionäre, Quer- und Seiteneinsteiger besetzt werden. Es werden zwar auch viele Lehrer neu eingestellt, aber das reicht bei Weitem nicht. Schon für die Kleinsten, die Grundschüler, fehlt häufig qualifiziertes Personal, besonders in Brennpunktschulen mit hohem Bedarf an Förderunterricht – wie in Wiesbaden.

Plötzlich Lehrerin

Petra Boberg hofft, dass befreundete Lehrer und das Lehrerkollegium der Schule ihr weiterhelfen und Tipps geben. Wie vermittelt man den Lehrstoff, welche Unterrichtsmaterialien sind sinnvoll, wie geht man mit Störern um, mit Krach in der Klasse? Fragen über Fragen, auch Internet-Tutorials sind eine mögliche Info-Quelle. Die Mutter zweier Teenager hofft auf ihre Erfahrung als Mutter und Journalistin und fragt sich, ob es wirklich ein seriöser Weg ist, Quereinsteiger als Lehrer einfach so vor die Klasse zu stellen.

Eine Reportage von Brigitte Kleine
Im Selbstversuch: Petra Bollmann-Boberg

Sendung: hr-fernsehen, "hessenreporter", 12.11.2018, 21:45 Uhr