Auch wenn sich viele Winzer über tolle Jahrgänge freuen können, stellt der Klimawandel mit seinen Wetterextremen wie Hitze, Trockenheit, Starkregen und erhöhter Spätfrostgefahr den Weinbau vor neue Herausforderungen. Pflanzenstress und die Zunahme des Kohlendioxid-Gehalts in der Atmosphäre fordern auch von Weinbauern neue Wege: andere Rebsorten, andere Bewirtschaftung, andere Zeitabläufe.

"Die heißen Sommer sind geblieben, um zu bleiben", sagt Claudia Kammann, Klima-Professorin der renommierten Hochschule für Weinbau in Geisenheim. Zusammen mit Winzern erproben die Forscher der Hochschule Konsequenzen für den Weinbau. Was sind die Rebsorten der Zukunft? Was müssen die Winzer tun, um langfristig vom Klimawandel profitieren zu können?

Besonders der Riesling steht unter Beobachtung, denn durch Hitze und hohe Sonneneinstrahlung leiden die alten Rebstöcke. Die Trauben bekommen Sonnenbrand, ihre Haut reißt ein, und die Beeren vertrocknen. Die Lesezeit rückt immer weiter nach vorne, die Weinbaugrenzen verschieben sich. So hofft Anne Engrav in Norwegen auf die erste erfolgreiche Lese, Friedrich Schatz in Andalusien bangt um sein Weingut, und Klaus Peter Keller aus Flörsheim-Dalsheim beginnt immer früher mit der Lese. Wo führt das hin?


Eine Reportage von Christian Gropper
Sendung: hr-fernsehen, "hessenreporter", 07.04.2020, 21:45 Uhr