Eva Demski
Sie ist die "Mutter" der Pausenkätzchen: Eva Demski. Bild © picture-alliance/dpa

Wussten Sie, dass die berühmte Frankfurter Schriftstellerin Eva Demski hinter dem ersten Pausenkatzenfilm steckt?

Demski arbeitete in den 70er Jahren als Kulturredakteurin für den hr, ihr Vater als Bühnenbildner. Als die Katzenliebhaberin von den süßen Katzenkindern erfuhr, die eingeschläfert werden sollten, machten sie sie zu Stars einer Low-Budget-Produktion. Der Vater baute die Würfelpyramide, Demski drehte mit einer Kollegin einen halbstündigen Film, der dann jahrzehntelang im hr-Fernsehprogramm Pausen füllte und mehrere Fernsehpreise gewann.  

Eva Demski erinnert sich zurück

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Die niedlichen Kätzchen, die im hessischen Fernsehen Kultstatus erlangten, waren fast schon dem Tode geweiht. Wie sie gerettet wurden – daran erinnert sich die Schriftstellerin Eva Demski, damals Kulturredakteurin beim Hessischen Rundfunk.

"Eine Bekannte meiner Eltern, Frau Bühler, hatte sich an uns gewendet", erzählt Eva Demski. Sie arbeitete in einem Frankfurter Tierheim, und dort war ein Wurf Katzen geboren wurden, den das Tierheim nicht betreuen konnte. Die Babys sollten deshalb eingeschläfert werden. Dabei sind sie so hübsch, jedes in einer anderen Farbe", schwärmte Frau Bühler.

Die Tiere töten – das wollte Demskis Vater Rudolf Küfner, Bühnenbildner beim Hessischen Rundfunk ("Einer wird gewinnen") und begeisterter Tierfreund, auf keinen Fall zulassen. So kamen die Kätzchen zu Familie Küfner und von da ins Fernsehen. Tochter Eva, damals Mitarbeiterin bei der Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente", drehte mit Musikredakteurin Swantje Ehrentreich den halbstündigen Film, der dann in verschieden langen Versionen als Pausenfüller eingesetzt wurde.

Low-Budget-Produktion

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"Wild Cat Blues"

So heißt das Klarinettenstück von Thomas "Fats" Waller zu dem die Kätzchen durch die Würfel klettern. Es ist erschienen bei Bell Records, BLR-Nummer 89025.

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Es war eine Low-Budget-Produktion: Rudolf Küfner baute die Würfel-Pyramide, in der die Kätzchen spielten – oder besser: spielen sollten. Denn unter den warmen Studiolampen schliefen die Kätzchen einfach ein. Um sie in Bewegung zu halten, lockten die Redakteurinnen mit Bindfäden und Bällen – die natürlich nicht im Bild sein durften.

Die Kamera führte Adam Dell, damals Kamera-Assistent. "Die ausgebildeten Kameraleute nahmen das damals nicht wirklich ernst", erinnert sich Eva Demski. Auch die Cutterin Nina Thomas war damals noch Assistentin – das Schneiden auf Musik eine echte Herausforderung.

Dauerbrenner "Herrchen gesucht"

Doch die Mühe sollte sich lohnen: Nach den ersten Ausstrahlungen liefen im hr die Telefone heiß und die Katzenkinder waren im Handumdrehen an Tierfreunde vermittelt. Und ganz nebenbei war die Idee für eine neue Sendung geboren, die zum Dauerbrenner im hr-fernsehen werden sollte: "Herrchen gesucht", wo herrenlose Vierbeiner an neue Besitzer vermittelt werden.

Und auch Eva Demski und Swantje Ehrentreich wurden für ihre gute Idee entlohnt: Die "Pausenkatzen" heimsten mehrere Fernsehpreise ein. "Da machten wir jahrelang ernsthaften Kultur-Journalismus, aber Preise ernteten wir für ein paar spielende Katzen", sagt Eva Demski und lacht.