Es ist nicht lange her, da brauchte Ulrike S. wegen ihres extremen Übergewichtes einen Rollator zur Fortbewegung, sie wog 166 Kilogramm. Dank einer Magenoperation konnte sie 30 Kilogramm abnehmen, aber noch immer hat sie knapp zehn Kilogramm zu viel auf den Rippen. Trotzdem will sie jetzt einen Teil des Jakobswegs gehen, 109 Kilometer in neun Tagen.

Die Hessin geht diesen Weg gemeinsam mit zehn anderen Menschen, die eine ähnliche Geschichte haben, das Übergewicht dominierte über Jahre ihr Leben, damit soll nun Schluss sein. Sie gehen nicht nur für sich, sondern wollen damit auch ein Zeichen gegen die Diskriminierung Übergewichtiger in der Gesellschaft setzen.

Dieser Weg wird ein großes Abenteuer für sie, und der Film begleitet sie dabei. Organisator dieses Projektes ist Faris Abu-Naaj, Autor und selbst Betroffener. Gemeinsam mit dem Adipositaszentrum am Krankenhaus Sachsenhausen möchte er mit dem 2018 gegründeten Camino-Projekt auf die Diskriminierung übergewichtiger Menschen in der Gesellschaft aufmerksam machen. Auf den über 100 Kilometern durch Nordspanien soll es gelingen zu zeigen, dass auch Menschen mit Adipositas mit großem Engagement und Einsatzbereitschaft der lebensbedrohenden Krankheit den Kampf ansagen können.


Sendung: hr-fernsehen, "Kilo gegen Meter", 31.10.2019, 21:00 Uhr