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zum Video Achtung! Falsche Polizisten

Die echte hessische Polizei verzeichnet derzeit so viele Anrufe von falschen Polizisten wie nie.

Annemarie Schröder (Name geändert) aus Offenbach hat mehrere Zehntausend Euro verloren, dabei ist die 69-Jährige geistig und körperlich fit und steht mit beiden Beinen im Leben. Der vermeintliche BKA-Beamte rief immer und immer wieder bei der Seniorin an, über Tage hinweg, und kochte sie regelrecht weich.

In Glashütten stiften falschen Polizisten am Telefon einen Rentner sogar an, auf die eintreffenden echten Beamten zu schießen. Jetzt ermittelt die Polizei wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Bis zu 80 Fälle von falschen Polizisten pro Tag verzeichnet zurzeit die Frankfurter Polizei. Ebenso hartnäckig sind die Täter in Darmstadt, im Odenwaldkreis, im Kreis Bergstraße, in Groß-Gerau, Limburg-Weilburg und im Vogelsbergkreis.

Die Masche ist immer die gleiche: Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizei, BKA oder Staatsanwaltschaft aus und behaupten das Geld und die Wertsachen der älteren Menschen seien in Gefahr, die Beamten aber würden es in Sicherheit bringen.

Im "maintower-kriminalreport" erklärt der Diplom-Psychologe Dr. Jens Hoffmann (Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt), wie gewieft und perfide die Täter vorgehen und wie leicht es ihnen mit ihren Tricks fällt, Senioren am Telefon einzulullen. Virginie Wegner vom Hessischen Landeskriminalamt beleuchtet die Hintergründe der Täter.

So schützen Sie sich

  • Echte Polizisten rufen von sich aus keine Bürger an, um deren Wertgegenstände zu sichern. Gehen Sie daher auf solche Anrufe nicht ein. Legen sie auf, wenn der Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
  • Geben Sie niemals Daten oder Informationen zu ihren Wertgegenständen preis.
  • Lassen Sie Fremde nie in die Wohnung, besonders nicht, wenn Sie alleine sind.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn angebliche Polizeibeamte vor Ihrer Haustür stehen. Polizeibeamte in Zivilkleidung können sich mit einem Dienstausweis legitimieren. Lassen Sie sich diesen zeigen und haben Sie den Mut, das Dokument genau zu studieren.
  • Melden Sie der Polizei derartige Vorfälle unter der Telefonnummer 110.

Sendung: hr-fernsehen, "maintower kriminalreport", 18.02.2018, 19:00 Uhr