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Rabatt im Schlussverkauf ist normal - man kann ihn aber auch im Rest des Jahres bekommen!

Shoppen mit Corona-Rabatt. Die ersten Hessen stecken schon in den Startlöchern für die größte Preisschlacht aller Zeiten. Die Händler ahnen schon, was da auf sie zukommt. Mex will wissen: Wann beginnt die historische Rabattschlacht? Und lassen sich so die Kunden wieder in die Geschäfte locken?

Wir sind in Bensheim im Kaufhaus Ganz. In Corona-Zeiten stapelt sich die Ware im Lager. Noch nie waren die Kleiderständer so voll wie jetzt. 1 Million Euro Umsatz hat Kaufhaus-Chefin Tatjana Steinbrenner verloren. Und im nächsten Monat purzeln die Preise viel stärker als sonst: "Im Juni ist normalerweise schon die Phase, dass die erste Herbst Winterware kommt. Total absurd, und insofern müssen die Lega geräumt werden. Es fängt in der Regel mit einer relativ harmlosen Reduzierung von 30 Prozent an. Aber spätestens in drei bis vier Wochen haben wir den halben Preis."

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An der Glasscheibe eines Cafés steht neben den verkürzten Öffnungszeiten die Stelle bezeichnet, an der man etwas "to go" bestellen können.
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Der große Kundenansturm bleibt noch aus, denn die Corona-Maßnahmen rauben die Lust am Einkaufsbummel, wie eine kurze Mex-Umfrage gezeigt hat. Also Shopping-Frust statt Shopping-Lust. Den Spaß bringen natürlich auch Rabatte nicht zurück. Aber die Preisschlacht kommt und drückt weiter auf die Marge der Händler. Dabei hat der Einzelhandel ohnehin schon schwer gelitten.

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Das größte Minus bei Bekleidung und Schuhen: 53 Prozent weniger im März im Vergleich zum Vorjahr. Die Kaufhäuser haben fast ein Drittel ihres Umsatzes verloren, Einrichtungshäuser 17 Prozent. Der Gewinner in der Krise ist der Internet- und Versandhandel: plus 13 Prozent.

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Die Lager sind prall gefüllt

Nur ein kleines Zubrot ist das Online-Geschäft für Kaufhaus Ganz. Dorthin kehren die Kunden im Mai nur langsam zurück: 30 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Und auch wenn Inhaberin Tatjana Steinbrenner die Preise reduziert wie noch nie - das neue Outfit fürs Familienfest wird sie trotzdem kaum los, wenn die Feier wegen Corona nicht stattfindet. Einzelhandel in Corona-Zeiten: Wie groß der Druck in der Branche ist, zeigt das Beispiel Adidas. Waren für 4,3 Milliarden Euro hat der Sportartikelhersteller auf Lager, ein Drittel mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Volle Lager durch die Zwangsschließung, davon können sie auch bei Segmüller ein Lied singen. Doch fette Werbung mit fetten Rabatten wird es hier dennoch nicht geben. Denn genau vor einem Jahr hat das Möbelhaus seine Strategie geändert: Statt Scheinrabatten auf Mondpreise nun der neue Tiefpreis für immer.

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Geschäftsführer Sascha Kaminski sieht keinen Grund, in Corona-Zeiten zu den branchenüblichen Schein-Rabatten zurückzukehren: "Segmüller wird sich an den Rabattschlachten nicht beteiligen, sondern wir geben einen Tiefpreisversprechen und sagen ganz klar der Segmüller-Preis ist der beste Preis, auch ohne dass wir zusätzliche Rabatte anbieten." Findet der Kunde dasselbe Produkt woanders günstiger, unterbietet Segmüller um 10 Prozent, so das Versprechen.

Gute Chancen für Schnäppchen

Die gesamte Branche hat die berechtigte Hoffnung, sogar mehr verkaufen zu können. Familie Moerlin ist dafür ein Musterbeispiel: 3 Wochen mit dem Wohnmobil durch Norwegen sind gestrichen. Dafür steht Vater Frank demnächst im Bad und renoviert komplett. Und die 4.000 Euro aus der Urlaubskasse fließen in den familieninternen Investitionshaushalt: "Das Geld nutzen wir halt. Jetzt stecken das in unser Bad. Dann kauft man vielleicht das eine oder andere bisschen teurer, bisschen netter, ein bisschen schicker. Da haben wir dann ein bisschen länger was davon als von drei Wochen Urlaub."

Einkaufen zum Schnäppchenpreis: Da sind in der Corona-Krise die Chancen so groß wie noch nie. Denn es schlägt die Stunde der Einzel- oder Ausstellungstücke. Die waren schon immer wirklich attraktiv, aber eben auch selten.

Kaminski sagt: "Gut die Möglichkeit, Schnäppchen zu machen, sind natürlich da, da wir ja über viele Wochen komplett geschlossen hatten, wir aber gleichzeitig natürlich einen Wareneingang von neuen Möbeln zu verzeichnen haben. Daher ist das Angebot, was wir momentan haben für Musterstücke Ausstellungsstücke, die zu einem reduzierten Preis zu bekommen sind, relativ groß."

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Das Mex-Fazit: Corona lässt die Preise im Einzelhandel in den nächsten Wochen so stark purzeln wie noch nie. Und so viele echte Preisknaller gab’s auch noch nie.

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Autor: Steffen Clement