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zum Video Apfel Ernte - was Hessens Obst zum Wirtschaftsfaktor macht

Hessen ist ein Apfel-Land

Der Apfel ist absoluter Liebling der Hessen. mex besucht die Apfelernte, besucht eine Kelterei und die Gastronomie. Wir wollen wissen: Wie wichtig ist der Apfel als Wirtschaftsfaktor in Hessen.

mex besucht eine der größten Apfelplantagen in Hessen. Apfelbauer Berthold Heil aus Kriftel ist zufrieden. Obwohl   er weniger ernten wird als im Rekordjahr 2018, rechnet er immer noch mit 65 Prozent Ertrag mehr als in üblichen Apfeljahren. Der Main Taunus Kreis ist das größte Apfelanbau-Gebiet in Hessen mit insgesamt 218.000  Apfelbäumen. Die Früchte sind in diesem Jahr etwas kleiner, der Kilopreis in der Saison beträgt zwischen 1.45 Euro bis 2 Euro.

Rund 20 Kilo pro Jahr verzehren die Hessen im Durchschnitt. Es gibt 150 hessische Apfelbauern. Und wo andere Landwirte wegen der Dürre klagen, sind die Apfelbauern guter Dinge. Wie kommt‘s? Heil erklärt: „Die Bäume haben sehr tiefe Wurzeln, die konnten noch gut Wasser ziehen. Ich wundere mich selbst, wo sie es hochgeholt haben, aber sie haben es gepackt.“

Äpfel sind vollständig verwertbar

Wir fahren weiter in den Odenwald nach Lindenfels-Glattbach. Zur Erntezeit  bevölkern Apfelfans den Hof von Familie Bitsch. Schlange stehen, das freut den Chef, den Kelterer Reinhard Bitsch. Im letzten Jahrlief alles prima. Auch in diesem Jahr läuft die Keltermaschine sechs Tage die Woche. Alles Handarbeit, und alles wird verarbeitet, ein Apfel macht keinen Abfall, erzählt Bitsch: „Der Apfel wird zu 100 Prozent verwertet. Zwei Drittel geben Saft und ein Drittel der Trester gibt Viehfutter für Ziegen, Wild und Schafe hauptsächlich.“

Immer mehr Familien kommen zu ihm, wie die Familie Belz. Die lassen ihre 600 Kilo Äpfel von der eignen Streuobstwiese pressen. Dafür bekommen sie 300 Liter Apfelsaft. Schätzungsweise 1,1 Millionen Tonnen Streuobst werden in diesem Jahr geerntet. Ganz andere Dimensionen finden wir beim Traditionsbetrieb Possmann in Frankfurt vor. Großkeltereien wie diese gibt es 39 in Hessen.

U-Boote als Tank

Die Hessen sind Trinkweltmeister beim Apfelwein. Rund 6,6 Liter pro Jahr und Kopf verbrauchen sie. Im Vergleich deutschlandweit sind es gerade mal 0,6 Liter. Bei  Possmann stehen 150 Tanks im Keller. Weltweit einzigartig sind U-Boote aus dem 2. Weltkrieg. Damals nicht fertig gebaut, dienen sie heute als Tank. Das Fassungsvermögen liegt bei 418. 000 Liter pro U-Boot. Aber mit Apfelwein allein ist es nicht getan, das wissen sie hier.

Apfelwein-Mischgetränke generieren vor allem junge Kunden, sagt Henke: "Wir machen auch viele moderne Produkte Hugo, Spritz, Apfelwein Cola oder alkoholfreien Apfelwein. Da haben wir einen regelrechten Hype. Damit holen wir auch die jungen Leute ab, die dann wieder zu den klassischen Produkten zurückgreifen.“

Zurück im Odenwald in Reichelsheim zu Besuch bei Treuschs Schwanen. Hier hat der Chef die Äpfel selbst geerntet und es wird  Apfelwein daraus. Aber natürlich darf der Apfel auch beim Kochen nicht fehlen. Der Juniorchef Thomas Treusch schwört darauf: „Der Apfel ist für uns wie eine Zwiebel, die braucht man einfach.“So gibt es bei den Treuschs also Apfel reich und üppig. Wie bei den Wildschweinmaultaschen auf Apfel-Carpaccion. Und eine  Kombination aus frischem Rettich und Apfel wird zur Kruste auf der Odenwälder Lachsforelle, mit Apfelweinschuss.

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Das mex-Fazit:

Auch in diesem Jahr wird es das begehrteste Obst in guter Qualität und reichhaltig geben.

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Ein Beitrag von Barbara Berner