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Schweißer

Der neue Trend lautet Leiharbeit aus Überzeugung. Ist Leiharbeit selbst für hochqualifizierte Fachkräfte eine gute Sache? Sie kann auch Vorteile bieten: mex zeigt, warum.

Wir besuchen Fulda und wollen wissen, was reizt Leiharbeiter an ständig wechselnden Einsatzorten und warum werden immer mehr gebraucht? Wir treffen den Konstruktionstechniker und Schweißer Dirk Knechtel, passionierter Leiharbeiter seit 14 Jahren: „Für mich ist die Abwechslung das Schöne. Ich kann in verschiedene Bereiche hinein schnuppern, ich kann nach einer Weile sagen, wenn mir das doch nicht liegt, dann sag ich meinem Chef dann, meldet mich hier ab oder sucht mir was anderes.“

Dirk Knechtel war schon überall, in der Lageristik, der Autoindustrie oder unterwegs als Klemptner. Denn er hat Fachwissen, das man braucht und als Leiharbeiter flexibel einsetzbar macht. Sein Lohn liegt sogar über Tarif, der liegt bei 12,52 Euro. Dirk Knechtel bekommt 15 Euro die Stunde.

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Industrieroboter
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Auch Industriemechaniker Joachim Passenheim ist daher gerne Leiharbeiter: „Wir kriegen ja Tariflohn, kriegen auch den Lohnausgleich, Verpflegungsmehraufwand und das alles unterm Strich gerechnet hab ich manchmal sogar mehr wie der Arbeiter, der neben mir steht.“ Festangestellt ist Joachim Passenheim bei seinem Verleiher, der Zeitarbeitsfirma Instep-Fachkräfte in Künzel. Die Zeitarbeitsfirma Instep verleiht Industriefachkräfte und Handwerker. Der Vorteil ihrer Leiharbeiter: Sie können Einfluss nehmen.

Einfluss auf mehr Zeit und Flexibilität

Sein Chef Ingo Graupner meint: "Prinzipiell haben wir in Deutschland einen Facharbeitermangel, der ist da und ein Mitarbeiter, der zu mir kommt, hat in der Regel das Wissen, dass es so ist und dann sagt der mir schon, wo das Gespräch hinläuft und wo seine Prioritäten sind. Man hat auch das Recht zu sagen, ich möchte jetzt diese Geschichte nicht mitmachen, weil einfach hier meine Familie jetzt am Samstag einfach mal vorgeht.“

Einfluss auf mehr Zeit und Flexibilität, vielleicht sind das Gründe, weshalb Leiharbeit in den letzten zehn Jahren um 43 Prozent gestiegen ist. Leiharbeiter gibt es auch unter Ingenieuren und Anwälten. Wir besuchen Dr. Eric Uftring ist Anwalt für Arbeitsrecht und Experte für Leiharbeit bei der Kanzlei Winheller in Frankfurt: „Leiharbeit ist nicht unbedingt in einer bestimmten Branche oder in einem bestimmten Lohnsektor, es gibt es in praktisch allen Branchen und gibt es vom einfachen Arbeiter bis zu Managern.“ Firmen mit Rechtsfragen können sich sogar einen Anwalt leihen.

Viele wollen keine Festanstellung

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Freizeitaktivitäten
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Die Einhaltung der Regeln für Leiharbeit wird vom Zoll und Arbeitsamt kontrolliert und die Strafen bei Vergehen sind hoch. Marco Goldbach ist Geschäftsführer bei der Firma Hubtex in Fulda. 20 Prozent seiner Belegschaft sind Leiharbeiter, alles Fachkräfte, die dringend gebraucht werden. Denn Hubtex baut Gabelstabler nach Kundenwunsch, 700 Stück im Jahr und da kommt es schnell zu Engpässen, sagt Goldbach: „Wir haben auch Auftragsspitzen mit engen Lieferzeiten und brauchen dann sehr schnell innerhalb von 2,3 Tagen einen guten Mitarbeiter und von daher ist es gut, dass es mittlerweile auch viele hochqualifizierte Leiharbeitnehmer gibt. Denn wenn ich diese Spitzen habe, dann habe ich auch nicht die Zeit, diese Arbeitnehmer ein halbes Jahr einzuarbeiten. Das muss dann zügig gehen und von daher finde ich es gut, dass es auch wirklich einen Pool von wirklich guten Kräften gibt.“

So manchen seiner hochqualifizierten Leiharbeiter würde Marco Goldbach gern behalten, aber viele wollen gar keine Festanstellung. Denn: der neue Leiharbeiter nutzt seine Freiheit und kann jederzeit wieder gehen, um etwas Neues auszuprobieren.

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Das mex-Fazit

Die Leiharbeit steigt in allen Branchen. Abwechslung ist das, was reizt. Der Fachkräftemangel ist groß. Deshalb können sich immer mehr Leiharbeiter ihre Arbeitsbedingungen aussuchen.

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Autorin: Katrin Wegner