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zum Video Bewohner oder blechen - Wie der Kampf um Parkplätze eskaliert

Frankfurts Parkraum ist umkämpft wie nie: mex, das Wirtschaftsmagazin des hr, will wissen: Platzen Frankfurts Straßen wirklich aus allen Nähten? Und helfen höhere Parkgebühren, um Autos aus der Stadt zu vertreiben.

Problem Nummer 1: Die Dauerparker

mex ist unterwegs im Norden Frankfurts. Viele Parkplätze hier sind eigentlich für die Anwohner und Kurzzeitparker gedacht. Doch die Plätze sind rar, denn sie werden seit Monaten von diesen Wohnmobilen besetzt, teilweise sogar gerüstet gegen die Kälte. Das ist völlig legal. Wir treffen Constanze Wiedmer und Rainer Michaelis von der städtischen Verkehrspolizei. Der erklärt uns: Wohnmobile dürfen wie normale Autos auf öffentlichen Flächen parken, im Grunde sogar jahrelang. Anders sieht das bei Anhängern aus. Michaelis sagt: „Vierzehn Tage länger dürfen Anhänger nicht stehen, dann müssen sie bewegt werden. Die Dauerparker verstärken so ganz legal den sowieso schon herrschenden Parkplatzmangel.

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Parken wird digitaler und teurer

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Problem Nummer 2: Die Zuparker

Wer keinen Platz mehr findet, der parkt einfach alles zu. mex ist unterwegs mit Bornheimer Ortsbeirat Hermann Steib. Parken auf dem Gehweg, parken in zweiter Reihe oder der Sperrfläche. Hier wird jeder freie Platz genutzt. Steib sagt: „Dann werden natürlich die Plätze genommen, die irgendwie zur Verfügung stehen, aber natürlich mit der herrschenden Parkregelung nichts zu tun haben einerseits und dabei auch noch dazu führen, dass Fußgänger Kinderwagen und so weiter behindert werden.“

Ein Grund für das Chaos: es gibt immer mehr Autos in Frankfurt. 2007 waren es rund 292 000. 2017, 10 Jahre später, knapp 334 000. Ein Anstieg von fast 15 Prozent.Rainer Michaelis, Leiter der städtischen Verkehrspolizei kennt einen weiteren Grund für den Mangel an Parkplätzen: „Die Fahrzeuge werden immer größer, länger, breiter und auch höher. Die SUVs nehmen natürlich auch mehr Platz weg also auch mehr Verkehrsraum.“

Problem Nummer 3: Die Fremdparker.

Mehr als die Hälfte der gut 362.000 Einpendler fahren täglich mit dem Auto nach Frankfurt. Auch ihre Fahrzeuge nehmen zusätzlichen Parkraum ein. Und auch Reisende parken gerne fremd. Wie sollen all diese Probleme gelöst werden? Die Stadt hat da jetzt einen neuen Plan. Besucher und Pendler sollen Blechen. Anwohner dürfen mit Bewohnerausweis weiterhin umsonst parken. Das Pilotprojekt in Bornheim soll schnellstmöglich umgesetzt werden. Da sind viele nicht begeistert.

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hingegen hofft, dass durch die neue Regelung nicht mehr so viele Leute mit dem Auto nach Frankfurt kommen und er geht noch einen Schritt weiter: „Die Vorstellung wäre das System, das jetzt in Bornheim vorgestellt wird, in weitere Stadtviertel auszudehnen die innenstadtnah sind.“ Am liebsten würde der Stadtrat die Ausweitung auf weitere Stadtteile noch in diesem Jahr umsetzten. Mit der Regelung will die Stadt unter anderem ein drohendes Diesel-Fahrverbot vermeiden. 

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Das mex-Fazit:

Kein Platz mehr auf Frankfurts Straßen! Egal ob für Anwohner, Pendler oder Besucher: Die Parkplatzsuche ist mühsam und hat oft auch rücksichtsloses Parkverhalten zur Folge. 

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Autorin: Naïma Kunze