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zum hessenschau.de Video Billig-Boom – wo Kik & Co wie Pilze aus dem Boden schießen

Sie haben fast alles – vom Gartenzubehör bis zur Osterdekoration. Hauptsache billig. Tedi, Kik, NKD & Co sind derzeit überall in ganz Hessen. mex auf der Spur des Billigbooms: Wir wollen wissen, warum diese Märkte so erfolgreich sind.

Grund eins ganz klar: der Preis:

Der Experte Jörg Funder von der Hochschule Worms beobachtet seit Jahren das Wachstum der Billigheimer, die ihr Konzept nach der Idee der 1 Euro Läden ausrichten: „Die setzen einfach bei allem auf den Preis und das ist auch nach wie vor ein großes Thema. Es fühlt sich immer gut an, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Und dieses Gefühl vermitteln die Filialen. Unschlagbar im Preis sind acht Batterien für einen Euro von Kik. Beim Discounter kosten sie mit 1,59 Euro immerhin 60 Prozent mehr. Aber mex schaut genau hin. Nach dem Zufallsprinzip haben wir ein paar Produkte aus dem umfassenden Sortiment ausgewählt und Preise verglichen. Die Überraschung: Fast alles gibt es anderswo günstiger:

Zum Beispiel Topfschwämme: bei Kik kosten vier Stück 1 Euro, bei Aldi kosten 3 nur 35 Cent. Oder Sandspielzeug: Bei Tedi gibt es das für 8 Euro, bei Globus kostet exakt das Gleiche drei Euro weniger. Und das Hundefutter kostet bei Kik 1 Euro, bei Rewe oder Netto nur 75 Cent. Die Hessen gehen vor allem wegen des Preises zu Tedi, Kik und Co, aber der alleine hat in unserer Stichprobe nicht überzeugt.

Der zweite Grund für den Erfolg: das Sortiment

Egal ob Kleidung oder Haushaltswaren, Grillzubehör oder Kosmetik, Gartengeräte oder Spielzeug: Die Billigheimer verkaufen nahezu alles. Und genau darauf führt Tedi seinen Erfolg zurück: auf „eine breite Auswahl, die überrascht“.

Kalkül dahinter: Die Kunden kommen für ein bestimmtes Produkt. Im Laden nehmen sie spontan weitere Schnäppchen mit. Wie das funktioniert, zeigen wir in Langenselbold. Hier liegen Kik und Tedi direkt nebeneinander. Wir fragen Kunden, was sie eigentlich kaufen möchten und schauen anschließend, was sie tatsächlich gekauft haben.  Viele gehen mit Artikeln nach Hause, die sie ungeplant gekauft haben.

Der dritte Grund für den Erfolg: die Lage

Während vor allem auf dem Land immer mehr Geschäfte für immer schließen, bauen die Billigheimer ihr Filialnetz stetig aus.

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Alleine in Hessen hat Tedi 145 Filialen und plant mit 16 weiteren noch in diesem Jahr. Spitzenreiter aber ist Kik mit derzeit 185 Filialen. 5 weitere sollen noch in diesem Jahr in Hessen eröffnet werden.

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Kik schreibt uns:

 „Dabei sind wir nicht nur in Großstädten, sondern auch in kleinen und mittleren Städten präsent, in denen wir häufig der einzige Anbieter (...) überhaupt sind. “

Und der Plan scheint aufzugehen. Viele Filialen liegen in ländlichen Regionen und haben damit sogar ein Alleinstellungsmerkmal.  

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Das mex-Fazit:

Beim Preis können die Geschäfte nicht immer überzeugen. Dafür beim Sortiment und Lage. Hier finden die Kunden fast alles und das – immer häufiger - direkt vor der Haustür.

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Autorin: Anke Heinhaus