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zum Video Billig-Kleidung - Was Mode zum Klimafaktor Nummer eins macht

Jeans auf einer Wäscheleine in der Natur

Das Klima hat ein Textilproblem! Überall Klamottenrausch – auch in Hessen. Mex will wissen: Wie schädlich ist der massenhafte Kleider-Kauf für das Weltklima? Und welche Lösungen gibt es?

Wir sind auf der Frankfurter Zeil, Hessens Einkaufsmeile Nummer 1: Hier fragen wir nach: Was - glauben die Hessen – ist am schädlichsten fürs Klima? Sind es Kreuzfahrtreisen, Autos, Kleidung, Fliegen oder die Ernährung? Bei unserer Umfrage sind der Verkehr und die Flugreisen ganz weit vorn

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Tatsächlich sieht die durchschnittliche CO2-Produktion pro Person so aus:

  • Flüge: 5 Prozent
  • Strom: 7 Prozent
  • Freizeitaktivitäten: 8 Prozent
  • Kauf von Technischen Geräten: 12 Prozent
  • Heizung: 14 Prozent
  • Ernährung: 16 Prozent
  • Verkehr 18 Prozent

Und mit der eigenen Kleidung verursacht jeder 19 Prozent seines CO2-Fußabdrucks. Damit ist Kleidung Klimafaktor Nummer 1.      

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Die Schränke sind voll, die Modeindustrie boomt: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Absatz an neuer Kleidung mehr als verdoppelt. Es wird immer billiger und immer schneller produziert. Fast Fashion heißt dieses Phänomen. Während es früher 2 Kollektionen pro Jahr gab, haben Zara und H&M heute bis zu 24 mal neue Klamotten im Schaufenster. Zwei Mal im Monat wird alles ausgetauscht.

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Die Folge: im Jahr 2000 kaufte jeder Deutsche durchschnittlich 22 , 2019 waren es schon 60. Eine Steigerung von 173 Prozent in knapp 20 Jahren!

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Aus See wird giftige Salzlache

Dieser Konsum hat seinen Preis. Den bezahlen nicht wir, sondern andere, rechnet uns Thomas Seibert vor. Der Menschenrechtsreferent bei medico international ist Experte, wenn es um Textil-Fabriken in Asien geht: "Sie können mit der Baumwolle anfangen, mit den Pestiziden, die gebraucht werden, mit dem ungeheuren Wasserverbrauch. Jede Menge Flüsse und Seen sind mittlerweile einfach umgekippt, wegen der Einleitung von Abwässer aus der Produktion. Das Wasser was verbraucht wird, um diese Baumwollproduktion aufrecht zu erhalten, wird den Leuten einfach weggenommen, niemand zahlt dafür."

Ein Rechen-Beispiel: Ein T-Shirt aus 100 Prozent Baumwolle gibt es bei den großen Ketten schon für 1,99 Euro. Aber Baumwolle ist durstig. Für die Baumwolle eines solchen T-Shirts werden dreitausend Liter Wasser benötigt. Die werden häufig einfach dem Grundwasser entzogen.

Was Klamotten zu solchen Preisen anrichten, zeigt der der Aralsee im heutigen Kasachstan. Nach Jahrzehnten der Wasserentnahme für den Baumwollanbau und der ungeklärten Einleitung von Chemikalien und Pestiziden, ist vom einst viertgrößten See der Welt nur noch eine giftige Salzlache übrig. Seibert sagt: "Es verbreitet sich die Verwüstung, im Grunde täglich aus, und dafür, dass sich alles in eine Wüste verwandelt zahlt niemand. Das schlägt sich in den Priesen nieder. Wir müssen nichts dafür zahlen."

Mikroplastik in den Meeren

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zum hessenschau.de Video Warum ist Mode klimaschädlich?

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Doch nicht nur die Baumwolle ist ein Problem. Siebzig Prozent der Kleidung wird mittlerweile aus Kunstfasern hergestellt, vor allem aus Polyester. Oder anders: Plastik! Davon sind bereits nach einem Jahr sechzig Prozent im Müll. Übrig bleibt vom Waschen und Entsorgen häufig Mikroplastik, das sich in Gewässern und Böden anreichert.

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Unsere Tipps:

  • einfach weniger kaufen und mal wieder den Kleiderschrank durchforsten, hier finden sich sicher noch einige Schätze;
  • oder Second Hand kaufen, auch das schont Ressourcen und den Geldbeutel.
  • und soll doch mal etwas Neues her, sind nachhaltig produzierte Kleidung  gute Alternativen zur billigen Fast Fashion!
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Das Mex-Fazit

Es ist ganz einfach möglich, den Textil-Produktions-Wahnsinn zu stoppen. Weniger Fast Fashion, mehr Second Hand oder Faire Mode – mit der sogenannten Slow Fashion kann jeder zum Klimaschutz beitragen.

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Autorin: Anke Heinhaus