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Die Preisunterschiede zwischen Bio und konventioneller Ware sind zum Teil erheblich. mex stellt die heikle Frage: Wie günstig kann Bio sein, wenn der Handel nicht so zulangt? Wir rechnen nach bei Käse, Kartoffeln und Geflügel.

Nehmen wir das Beispiel Hähnchenbrust. Der durchschnittliche Verkaufspreis konventioneller Ware beträgt 7 Euro.  Der Bauer erhält durchschnittlich 87 Cent pro Kilo. Obendrauf kommen die Kosten beispielsweise für den Schlachthof, den Zerlegebetrieb und die Verpackung. Das macht im Durchschnitt 3,40 Euro. Die Spanne nach unserer Recherchen beim Handel: 2,73 Euro. Seine Marge liegt damit bei 39 Prozent.

Und jetzt zur Bio-Ware: Wir ermitteln einen Preisdurchschnitt von 30 Euro. Der Bio-Bauer bekommt: 4 Euro pro Kilo, die Weiterverarbeitungskosten betragen 7,60 Euro. Und trotz der Mehrkosten bleiben beim Handel 18,40 Euro. Für den Handel bleiben bei Bio 61 Prozent Marge. Der Bio-Aufschlag also 22 Prozent. Das schlägt der Handel drauf.

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Handelsexperte Prof. Joachim Riedl von der Hochschule Hof bestätigt unsere Zahlen. Fleischskandale der vergangenen Jahre haben ihre Spuren hinterlassen: „Auf jeden Fall ist es das schlechte Gewissen. Um umgekehrt möchte der Konsument ja auch ein gutes Gewissen haben und dafür sind die Menschen auch bereit, tatsächlich mehr Geld auszugeben. Und der Handel weiß das.“

Bio-Ware könnte günstiger sein

Von so einem Bio-Aufschlag kann Uwe Armbröster in Kassel nur träumen. Er führt eine der wenigen Bio-Metzgereien in Hessen. Zwei Mal die Woche bekommt er das Geflügel von einem Biolandhof aus der Region geliefert, 100 Kilo in der Woche. Das Kilo Hähnchenbrust kostet bei ihm im Laden  33,90 Euro. Damit ist er mit seinem Preis nur leicht teurer als das Huhn im Supermarkt: „Wir können nicht günstiger sein, wir sind schon bei Preisen wie Edeka und Rewe, aber wir haben kleine Strukturen, Kleinstbetriebe die für uns produzieren, die höhere Kosten haben. Deswegen habe ich auch höhere Einkaufspreise.“

Seine  Marge  bei der Bio Hähnchenbrust beträgt 31 Prozent. Unfassbar für ihn, das  der Handel 61 Prozent einstreicht. Er ist sich sicher: „Es könnte im Supermarkt günstiger sein, wenn die mit meinen Margen rechnen würden.“

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Wie günstig kann Bio-Ware im Supermarkt sein, ohne dass der Erzeuger leidet? mex rechnet nach. Nimmt der Handel die gleiche Marge wie bei konventionellem Hühnchen, sinkt der Preis beispielsweise bei einer 300g-Packung von 10, 41 Euro auf 8,12 Euro.

Und beim Käse ist es ähnlich.  Es summiert sich also, wenn man regelmäßig Bio einkauft. Ganz anders sieht das aus bei Kartoffeln. Weil hier die Kunden gerne regionale Produkte kaufen, kann der Handel bei den Bio-Knollen nur wenig aufschlagen. Der Unterschied bei den Margen liegt nur bei 4 Prozent.

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Das mex-Fazit:

Bei Bio-Produkten hält vor allem der Handel die Hand auf. Die mex Rechnungen zeigen: Bio könnte bei Discountern und Supermärkten viel günstiger sein und damit für viele Hessen eine echte Alternative.

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Autorin: Barbara Berner