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Der mex-Preisvergleich bei Bioprodukten: Wir nehmen die drei großen Discounter unter die Lupe: Penny, Aldi und Lidl. Wer verdient an Bio wirklich? Und geht es vielleicht doch günstiger?

Diese Woche bei Aldi-Süd kostet ein Kilo Kartoffeln gerade mal 72 Cent. Daneben die Biokartoffeln, das Kilo 1.26 Euro, also 75 Prozent teurer. Sind die Bio Preise zu hoch? Auch mancher Bio-Landwirt hätte es gerne günstiger. Bio ist eindeutig In. Diese Woche macht Lidl wieder ganz auf Bio und wertet die Eigenmarke mit dem Bioland-Siegel auf. Letzte Woche hatte Rivale Aldi  groß plakatiert, Schlagabtausch bei Netto mit Bio Bio und Penny schickt Nena ins Bio-Rennen.

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Die Verbraucher geben mehr als 10 Milliarden Euro für Bio jährlich aus. Fast 60 Prozent davon landet in den Kassen von Aldi, Lidl Penny und Co.

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Und wie sieht es mit den Preisen aus? Wir schauen uns die Bio-Welt der drei Discounter Aldi Süd, Penny und Lidl genauer an. In unserem Warenkorb sind Milch, Joghurt, Käse, Äpfel und Kartoffeln.

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Bei Aldi Süd zahlen wir 6,54 Euro, bei Penny 7, 13 Euro und bei Lidl 7,31 Euro. Das Ergebnis: Zwischen günstig und etwas teurer liegen gerade mal 80 Cent. Keine große Preisspanne also. Und wie ist der Vergleich zur  konventionellen Ware?  Da ist unser Bioeinkauf um 75 Prozent teurer.

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Sind die Biopreise beim Discounter gerechtfertigt, oder verdient der Handel da reichlich? Das wollen wir anhand der Kartoffel nachrechnen. Wir sind in Büdingen im Hofgut Marienborn und  besuchen einen der größten Bio-Kartoffel-Anbauer Hessens. Landwirt Christoph Förster macht die nächste Ladung klar für den Verpacker.

Bis März geht die Saison. 800 Tonnen Biokartoffeln wird er dann insgesamt vermarktet haben: „Im letzten Jahr sind die Preise der konventionellen  Kartoffeln sehr hoch gestiegen, deshalb ist die Preisspanne nicht so hoch wie die Jahre davor. Im Ökobereich bei der Verbandsware haben wir über die Jahre einen relativ konstanten stabilen Preis, was für uns als Landwirte natürlich sehr wichtig ist und wo wir gut rechnen können.“

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Und so sieht die Rechnung aus. Der Bio-Bauer bekommt pro Kilo 50 Cent. Der  Discounter aber verkauft sie dann für  durchschnittlich 1,30 Euro. Das bedeutet ein Plus von 80 Cent für Zwischenhändler und Handel. Im Vergleich der konventionelle Bauer: Pro Kilo 32 Cent, Verkaufspreis  durchschnittlich 76 Cent. Es bleiben nur 44 Cent in der Spanne. Der Handel verdient bei Bio also fast doppelt so viel wie mit konventionellen Kartoffeln.

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„Wir wollen mehr Bio verkaufen!“

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Da ist also noch jede Menge Spielraum drin beim Biopreis, ohne gleichzeitig die Erzeugerpreise zu drücken. Das sieht auch der Landwirt Förster so: „Wir wollen natürlich, dass viele Verbraucher kaufen und deshalb darf die Preisdifferenz zwischen konventionell und Bio auch nicht zu hoch sein, sonst greift der Verbraucher wieder eher zu den konventionellen Kartoffeln. Und wir wollen ja dass mehr Bio verkauft  wird.“

Das wollen auch die Discounter, und werben um umweltbewusste Kunden. Schließlich ist Bio Umsatztreiber Nummer eins im Lebensmitteleinzelhandel. Und jetzt setzt Lidl noch einen drauf und hat eine Kooperation mit Bioland geschlossen.  mex trifft Gerold Wehde vom Bundesverband Bioland. Er saß mit am Verhandlungstisch als sich zwei einstige Erzfeinde zu dieser Zusammenarbeit entschlossen haben.

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Das ist durchaus umstritten bei einigen Bio-Landwirten und im Fachhandel. Doch der Verband will Bio aus der Nische holen: „Wir wollen ja mehr Bio in die Fläche bringen, ich habe mehr Kunden und neue Kundenschichten, die wir zu Lidl bringen und ich will ja den Markt ausdehnen.“ Der erste Discounter also mit Biolandsiegel. Noch ist bei allen übrigen nur das EU- Bio-Siegel zu finden. Und da gibt es große Unterschiede, wir stellen Ihnen zwei davon vor:  

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Beim EU-Bio-Siegel  ist sowohl konventioneller als auch biologischer Anbau möglich. Und es  darf Gülle aus konventioneller Haltung auf die Felder. Bei Bioland muss der Betrieb zu 100 Prozent biologisch arbeiten.  Gülle aus konventioneller Haltung ist verboten.

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Gerold Wehde vom  Bundesverband Bioland sagt: „Wir sind kein internationaler Zertifizierer, sondern wir haben wir haben nur Mitgliedsbetriebe und zertifizieren in Deutschland und Südtirol. Lidl will zusammen mit Bioland konventionelle Betriebe auf Bio umstellen. Ein interessanter Vorstoß. Denn je mehr heimische Bio-Betriebe, umso selbstverständlicher sind Bio-Lebensmittel und damit kann dann auch der Preis sinken.

Autorin: Barbara Berner