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Medizine am Eingang eines Qurantänezeltes

Das Coronavirus ist im Alltag der Hessen angekommen. Für Unternehmen wird das Virus sogar zur echten wirtschaftlichen Krise. Mex zeigt, was Corona für Hessens Wirtschaft bedeutet und wen das Virus voll erwischt.

Das Frühjahr ist die Zeit zum Reisen buchen – normalerweise. Doch durch Corona ist das gerade anders, weiß Nina Orschel. Sie ist Inhaberin eines Wiesbadener Reisebüros. Während sie sonst zu dieser Jahreszeit 2-3 Buchungen pro Tag hat, ist es im Moment meist nur eine die Woche. Die meisten Kunden sind verunsichert. Die Folge: Stornierungen haben extrem zugenommen. Orschel vom Reisebüro Wilhelmpassage sagt: "Das ist unabhängig vom Zielgebiet. Also, es ist jetzt nicht China oder Italien. Es ist tatsächlich auch Mallorca. Es ist Türkei, es ist Dubai. Es ist Garmisch-Partenkirchen, also es ist wirklich alles dabei."

Ryanair hat bis Ostern alle Flüge nach Italien gestrichen, große Reiseveranstalter wie die TUI zeigen sich bei Umbuchungen kulant und viele Flugzeuge bleiben derzeit am Boden, bestätigt Lufthansa-Chef Carsten Spohr: "Unsere Flugplaner arbeiten derzeit an Szenarien, nach denen bis zu 50 Prozent unserer Flüge aus den Flugplänen genommen werden. Leider müssen wir annehmen, dass es Monate dauern kann, bis wir die ersten Zeichen von Stabilität sehen."

Diese Zeit ist schwer für die gesamte Branche, weiß Orschel: "Ohne Kunden, die reisen, können wir alle nicht leben. Das ist die ganze Touristikbranche. Ob das Hotels,  Airlines, ob das Reisebüros oder Veranstalter sind. Wir leben ja von Kunden, die Reisen und die Welt umreisen. Und wenn die wegfallen, stirbt das natürlich aus."

Schutz der Mitarbeiter hat Priorität

ARD-Börsenexperte Markus Gürne glaubt, dass die derzeitige Krise eine ganze Weile anhält: "Da ist zum Beispiel die Luftfahrtbranche, aber auch die Reisebranche natürlich besonders betroffen, weil die Bürgerinnen und Bürger sagen: In diesen Zeiten vielleicht besser nicht verreisen oder wenn, nur ins nähere Umfeld ein paar Tage Auszeit nehmen."

Auch an den Arbeitsplätzen vieler Hessen sind die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. Arbeitgeber treffen Vorsichtsmaßnahmen und klären auf – der Schutz der Mitarbeiter hat in hessischen Unternehmen Priorität. Für viele Unternehmen hat das Virus auch harte wirtschaftliche Folgen. So sind alleine in der Messebranche rund 150.000 Arbeitsplätze gefährdet. Die Branche geht von einem derzeitigen Schaden von insgesamt von 2,1 Milliarden Euro aus.

Mex besucht den Messebauer Randolph Maurer, imb troschke, in Mörfelden-Walldorf. Auch hier stehen die Maschinen durch Corona still, die Messestände liegen unbenutzt in den Regalen.  Und das gerade jetzt, einer Zeit in der viele Messen stattfinden sollten: "Wir hatten jetzt in der letzten Woche Absagen von zwölf Messen mit circa 20 Messeständen. Für uns als Unternehmen,  wie auch für die gesamte Branche, haben wir aktuell eigentlich ein  Umsatz- und Auftragsverlust von 100 Prozent."

Es wird Einschnitte geben

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Reisende am Flughafen im Interview
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Insgesamt wurden deutschlandweit bereits 59 Messen abgesagt. Darunter auch eine der wichtigsten, die Light and Building in Frankfurt, bei der fast das gesamte Messegelände genutzt wird. Das Problem: Die Ausfälle treffen nicht nur einzelne Unternehmen, denn in der Messebranche sind alle Beteiligten maximal voneinander abhängig.

Der Veranstalter, wie zum Beispiel die Messe Frankfurt, ist auf Aussteller angewiesen, die die Messe mit Inhalt füllen. Die Aussteller wiederum brauchen die Messebauer. Und am Ende hängen jede Menge verschiedene Dienstleister wie Monteure, Hostessen oder Caterer dran. Damit steht die Messebranche stellvertretend für viele. Wenn ein Baustein wegbricht, hat das Auswirkungen auf die gesamte Branche.

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Collage: Flugzeug in der Luft, Mikroskopaufnahme des Corona-Virus, Messe Light and Building
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Kurzarbeit ist für Randolph Maurer eine mögliche Maßnahme, um größeren Schaden zu verhindern. Die Bundesregierung reagiert nun und möchte den Bezug von eben diesem Kurzarbeitergeld erleichtern, um wirtschaftliche Folgen einzudämmen. Trotzdem: Einschnitte wird es für Unternehmen vieler Branchen geben.

Markus Gürne meint: "Wir alle müssen uns darauf einstellen, dass das durchaus noch harte Jahre werden für Unternehmen aber auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, weil Arbeitsplätze vielleicht auch nicht mehr so sicher sein können in Zukunft, wie sie jetzt vielleicht noch sind."

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Das Mex–Fazit:

Das Coronavirus bedroht nicht nur kleine Unternehmen, sondern ganze Branchen. Die Auswirkungen auf uns alle sind längst noch nicht abzuschätzen.   

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Autorin: Naïma Kunze