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Frankfurt vor und nach Corona: Blick aufs Mainufer, einmal mit und einmal ohne Menschen

Selbst einer reichen Stadt wie Frankfurt brechen wegen des Corona-Shutdowns die Einnahmen weg. Deshalb werden sich viele schöne Projekte und Vorhaben in den kommenden Jahren verzögern. Auch andere Kommunen sind natürlich betroffen: Mex hat sich die Lage angesehen.

Uwe Becker (CDU) und seine Stadt! Eigentlich hat dieser Mann einen Traumjob. Er ist Bürgermeister und Stadtkämmerer in Frankfurt, also zuständig für die größte Finanzmetropole Deutschlands. Und verwöhnt von positiven Schlagzeilen. Doch das ist Vergangenheit: "Dieses Jahr steht alles unter dem Zeichen der Corona-Krise und deswegen erwarten wir erhebliche Einbußen, die auch quer durch alle Wirtschaftsbereiche gehen. Insofern denke ich, das wir auch stärker betroffen sein werden, wie es etwa in der Wirtschaftskrise 2008/2009 der Fall war."

Frankfurt wächst jedes Jahr. Aktuell sind  es über 750.000 Einwohner und der Finanzchef der Stadt konnte bislang ohne Not aus dem Vollen schöpfen:  "Im vergangenen Jahr hatten wir insgesamt über das Jahr 2019 allein bei der Gewerbesteuer rund 2 Milliarden Euro an Einnahmen, das war ein Rekordergebnis für Frankfurt am Main." 

Keine andere Kommune in Deutschland, ist bezogen auf die Einwohnerzahl, so abhängig von Gewerbeeinnahmen. Und die brechen jetzt weg. Unternehmen wollen keine Steuervorauszahlungen leisten, und fordern geleistete gar zurück: "Über 1.200 Anträge sind schon eingegangen. Es reicht von kleinen Unternehmen die sehr schnell merken, dass wenn sie geschlossen haben in der Kasse  nichts klingelt,  bis hin zu großen Unternehmen die  für die Abwicklung im Flugverkehr sorgen.

Mehr als 500 Millionen Euro weniger werden es,  so schätzt Becker. Aber je länger der Shutdown anhält umso  mehr Geld wird für die Stadt wegbrechen. 

In Frankfurt platzen Träume

Und es sind nicht die Gewerbesteuern allein. Starke Verluste gibt es auch dort, dort wo die Stadt beteiligt ist. Beispiel Flughafen: Auf dem größten Airport Deutschlands fliegt kaum mehr was. Allein die Dividende die wegfällt beträgt 37,6 Millionen Euro. Auch bei der Messe beträgt das Minus 7,8 Millionen Euro. Und da sind die Verluste der Umsätze noch nicht eingepreist.

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Im reichen Frankfurt platzen gerade Träume. Ein Theater- und Opernneubau war geplant, doch schon jetzt sieht der Kämmerer wenig Spielraum für neue Investitionen - kein Publikum, keine Einnahmen. Dafür kostet das Haus die Stadt  derzeit rund 78 Millionen Euro Unterhalt.

Becker sagt: "Im Kulturbereich steht Frankfurt vor der großen Frage, wie wir mit den städtischen Bühnen also Theater und Oper umgehen, hier ist es sicherlich klug ein solches Projekt noch mal ein Stück weit nach hinten zu nehmen. Aber darüber hinaus werden wir uns dann eben zum Sommer und Herbst anschauen, welche weiteren großen Projekte erst mal ein, zwei oder mehrere Jahre nach hinten rücken müssen."

Corona ist ein Stresstest für Städte und Kommunen. Denn bei wegbrechenden Einnahmen, werden die sozialen Aufwendungen zeitgleich steigen. Frankfurt droht nicht der Totalschaden, aber es wird in einigen Bereichen auch den Bürgern wehtun.

Autorin: Barbara Berner