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Lebensmittelverschwendung

Leckere Lebensmittel gehören nicht in die Tonne: Mex zeigt neue Strategien, wie Verbraucher und Händler Lebensmittel erfolgreich retten – und dabei auch noch Geld sparen.

Markttag in Offenbach. kurz vor 7 Uhr morgens: Obst und Gemüse kommen  direkt aus den  Kühlhäusern. Und trotzdem weiß Marktfrau Heidi Jung, dass  der Salat bald welk, die Paprika runzelig wird: „Bei der großen Hitze leiden meine Paprika auch, ich sage immer, sie haben Orangenhaut. Und bevor ich sie wegschmeiße,  gebe ich sie an die Kunden als GiveAway. Das ist ja nichts Schlimmes.“

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Lebensmittel im Müll
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Eine Strategie gegen die Tonne, gut für Kunden. Und das ist hier auf dem Markt nicht die einzige Strategie. Volker Dorobek, Käseverkäufer, sagt: „Jetzt zu dieser Jahreszeit haben wir nur ein Drittel von dem dabei, was wir gut kühlen können.“ Und  Federica Tupputi hat aus dem vergangenen Hitzejahr gelernt. Da musste sie 20 Kilo Pasta wegwerfen, weil es im Kühlwagen einfach zu heiß geworden war. Lieber verzichtet sie künftig auf Einnahmen, als die frischen Nudeln wegzuwerfen. Denn das  kommt sie am Ende genauso teuer.

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Noch immer landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, obwohl ein Großteil davon noch verzehrt werden könnte. 5% davon verursacht der Handel. Weitere 17% die Lebensmittelindustrie, ebenso wie die Großverbraucher wie z.B. Kantinen. Den Großteil jedoch verursachen wir Verbraucher – mit 61%.

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Mahlzeiten werden gerettet

Zurück zu unseren Spareinkäufen und zur Lebensmittelretter-App: „To Good to Go“. Inzwischen machen Restaurants, Hotels, Bäckereien und Supermärkte mit. Sie alle haben eins gemeinsam: Zuviel Lebensmittel nach Feierabend, aber statt sie wegzuwerfen verkaufen sie sie über die App. Astrid Stöhr holt sich über die App ihre Brötchen: „Ich habe den Bonus davon, dass es mich etwas weniger kostet als der Originalpreis. Dazu habe ich noch eine Überraschung, weil ich nicht weiß, was ich rette.

Zuhause ein Blick in die  Tüten. Das hat sie diesmal bekommen. Und statt 13.50 hat sie nur 3 Euro gezahlt.  Minus 78% und Brötchen  gerettet. Wenn es zu viel ist wird es eingefroren.  „To Good to Go“ ist eine Idee die  sich durchsetzt.

So sah es in Hessen noch vor einem Jahr aus: 150 Anbieter in 10 Städten und jetzt aktuell: 210 Betriebe in 35 Städten. Auch große Ketten sind dabei.

Nordsee hat zum Beispiel seit 2018 bundesweit 250.000 Mahlzeiten gerettet. Die Supermarktkette Real rettete seit 2018  bundesweit 100.000. Mex besucht Real in Dreieich. Wir sind mit Geschäftsleiter Bernd Reymendt im Kühllager. Hier landen aussortierte Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Vieles geht an die Tafeln. Was dann noch übrig ist packt real jetzt in Tüten: „Wir können es vorher nicht festlegen, was in die Tüte rein kommt, aber wir haben die Warenbereiche unterschieden, wir haben Obst und Gemüse oder Molkereiprodukte und wir haben Hausbäckerei.“

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Der Warenwert der Tüte beträgt 10 Euro. Die gibt es jetzt für 3.50, ein Minus von 65 Prozent. Geld gespart und Lebensmittel gerettet, eine Win-win-Situation für alle in zweifacher Hinsicht. Reymendt erzählt: „Der Punkt Nummer eins ist, das wir die Waren nicht wegschmeißen müssen, und das wir zum anderen letztendlich Entsorgungskosten mit einsparen.“

Qualitätskontrolle mit überraschenden Ergebnissen

Eine andere Strategie verfolgt  Sirplus-Gründer Raphael Fellmer. Auch bei ihm können wir alle günstiger einkaufen. Er verkauft Lebensmittel, die Hersteller und Supermärkte wegwerfen: „Wir haben jetzt schon tausende Tonnen Lebensmittel gerettet. Wir bekommen teilweise ganze Lkw-Ladungen voll Lebensmittel.“ Und weil es  bislang nur Läden in Berlin gibt, ist Sirplus längst online, alles günstiger und ohne Versandgebühr.

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Lebensmittel im Müll
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Und um sicherzustellen, dass die Lebensmittel trotz abgelaufenem MHD in Ordnung sind, gibt es die Qualitätskontrolle per Geschmackstest. Timo Schmitt, Qualitätskontrolle Sirplus, stellt fest: „Wir haben mehrere hundert Produkte und ich hab vielleicht  einmal im Monat ein Produkte, das nicht mehr genießbar ist.“

Timo Schmitt zeigt uns einen besonderen Fall: Eine Fischkonserve, 30 Jahre alt aus  DDR-Zeiten. Sie ist noch gut essbar. Solche Extreme müssen zwar nicht sein, aber Lebensmitteln vor der Tonne zu retten, wird für viele Menschen zunehmend  wichtiger.

Autor: Barbara Berner