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zum Video Drive-In – Wie Handel, Hotels und Gastronomie auf "to go" setzen

An der Glasscheibe eines Cafés steht neben den verkürzten Öffnungszeiten die Stelle bezeichnet, an der man etwas "to go" bestellen können.

Alles wieder offen, endlich wieder shoppen - dabei mehr Abstand, weniger Kontakt? Mex zeigt, wie der Drive-in Hessens Wirtschaft erobert hat und warum uns das "To Go"-Angebot trotz aller Lockdown-Lockerungen wohl erstmal erhalten bleibt.

Viele Händler setzen auf eine Lösung, mit der sich gerade auch Hessens Hoteliers und Gastronomen im Lockdown über Wasser halten. Wir besuchen das Kempinski Hotel Gravenbruch am Stadtrand von Frankfurt. 225 Zimmer hat das Premiumhaus. Doch momentan beherbergen Hoteldirektorin Karina Ansos und ihre Mitarbeiter gerade mal neun Langzeit-Gäste. Für den Neustart nach dem Lockdown stehen die Tische im Frühstücksraum schon auf Abstand.

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zum Video Streetfood-Drive In in Schierstein – leckere Snacks aus mobilen Küchen direkt ins Auto

maintower vom 08.05.2020
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Um das Hotel zumindest ein bisschen mit Leben zu füllen, haben sich die Hotel-Azubis etwas einfallen lassen. Mit ein paar Tischen, Sonnenschirmen, Kühltruhen und einer großen Grillplatte haben sie einen Drive-in für für Currywurst und Eis gebaut.

Jeden Mittag stehen Sie aufs Neue parat direkt vor dem Hotel-Eingang - zur Freude von Spontankäufern und Stammgästen.

"Tropfen auf den heißen Stein"

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An der Glasscheibe eines Cafés steht neben den verkürzten Öffnungszeiten die Stelle bezeichnet, an der man etwas "to go" bestellen können.
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Auch im Grand Hotel Hessischer Hof in Frankfurt müssen sie kreativ werden. Es ist momentan ganz geschlossen und wird es trotz aller Lockerungen auch erstmal bleiben. Keine Gäste, kein Umsatz. Um die Laufenden Kosten zumindest ein bisschen wieder reinzuholen, eröffnet das Hotel jeden Donnerstag seinen Drive-In mit Wein vom hauseigenen Weingut.

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zum Video "Essen to go" – im Restaurant "Der Lahme Esel" in Niederursel

rage
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Hoteldirektor Dominik Ritz sagt: "Es ist natürlich irgendwo ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wir wollten einfach aus der Not eine Tugend machen im Endeffekt und es wird gut angenommen, auch die, die nicht kaufen, sondern vielleicht vorbeifahren erfreuen sich, dass wir lebendig sind, dass wir am Markt sind, dass wir uns bewegen und uns auch auf die Situation einstellen."

Vorbild Fast-Food-Kette

Mit einem Drive-in haben sich auch Hessens Gastronomen auf die Situation eingestellt. Zm Beispiel im Apfelwein-Lokal "Zum Lahmen Esel" in Frankfurt-Niederursel.Auch hier hilft Essen zum Mitnehmen dabei, die laufenden Kosten zumindest ein bisschen zu decken und die Küche bis zum Lockdown-Ende am Freitag warm zu halten.

Wirt Thomas Metzmacher freut sich darauf, am Freitag seinen frisch renovierten Gastraum zu öffnen: "Wir haben zwar die Gäste da vor Ort im Drive-In, und die freuen sich. Wir freuen uns auch, aber das ist was ganz anderes, wie wenn die Gäste wirklich ins Lokal kommen und man Gastgeber sein kann.“

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zum Video Drive-in-Spargelverkauf

ratgeber
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Bestellen, Weiterfahren, Abholen: Das Drive-In-Prinzip vor der Tür hat sich Thomas Metzmacher von den großen Fast-Food-Ketten abgeschaut. Es ist ein Service, den seine Gäste gerne in Anspruch nehmen.

Abholangebot: läuft!

Mit dem Drive-In "Futterlogistik" versucht sich der Wiesbadener Pub "Sherry & Port" durch den Lockdown zu retten. Statt Tapas und Whiskey am Tresen gibt es bei ihnen jetzt immerhin Essen von der selbstgezimmerten Futter-Rampe. Ob sie den Normalbetrieb im Restaurant überhaupt wieder aufnehmen, wissen sie – wie viele andere Gastronomen - noch nicht. Larissa Royko, Mit-Inhaberin "Sherry&Port", sagt: "Einfach so zurück ist nicht. Es gibt natürlich jetzt ganz andere Vorgaben, ganz andere Regeln. Wir müssen das jetzt einfach mal ausrechnen, wie sich das wirtschaftlich für uns darstellt."

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zum Video Krisen-Modus – Wie unsere Unternehmen jetzt kämpfen

"Alles wird gut !" ist mit farbiger Kreide vor einer geschlossenen Boutique in Frankfurt auf den Asphalt geschrieben.
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Im Gegensatz dazu läuft das Geschäft im Handel schon seit zwei Wochen wieder auf Hochtouren.- wie bei IKEA Frankfurt mit Hygienekonzept, Plexiglas und Abstandsregeln. Doch auch während des Lockdowns konnte IKEA den Betrieb am Laufen halten – "Click&Collect" sei dank, dem Abholangebot der schwedischen Möbelkette. Catharina Jank, Stv. Marktleiterin IKEA Frankfurt, sagt: "Wir haben mal gestartet mit 20 bis hundert Aufträgen für den Kunden, der einfach nur schnell was abholen möchte, und sind mittlerweile durch die Corona-Krise auf 900 Aufträge pro Tag gekommen und 900 Kunden, die wir dementsprechend tagtäglich betreuen können."

Neuer Service für den Kunden

Wie IKEA hat auch der Sportartikelhändler Decathlon in Wallau wieder regulär geöffnet, aber bietet weiter sein Abholangebot an. Die Kunden kaufen im Moment passend zu den Lockdown-Lockerungen, sagt Filialleiter Matthias Hoppe: "Aktuell ist es wirklich so, dass man das Gefühl hat, man verkauft nur Fahrräder, weil der Bedarf einfach definitiv da ist." Auch der Bereich Sport für Zuhause sei gerade ganz ganz groß."

Und obwohl viele Hessen gerne schon wieder im Laden nach dem neuesten Sport-Outfit suchen, möchte Decathlon weiter auf seinen Corona-Drive-In setzen. Hoppe geht davon aus, das Decathlon den Service mindestens noch ein bis zwei Monate noch brauchen werde. "Einfach auch, um den Kunden Service zu bieten, kontaktlos einmal als Schutz einzukaufen und auch auf das Sortiment zuzugreifen ohne große Schlange – wenn ich nicht stöbern will, sollte das kein Problem sein.“

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Das Mex-Fazit:

Der Drive-In hat Hessens Wirtschaft im Lockdown am Laufen gehalten – und wird dies auch weiter tun. Hessens Händler, Hoteliers und Gastronomen setzen weiter auf „To Go“, weil viele Kunden immer noch Kontakte vermeiden wollen.

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Autor: Marcus Pfeiffer