Mann trinkt unter sengender Sonne aus einer Wasserflasche

Der Griff zur Wasserflasche. Der Durstlöscher Nummer eins ist zurzeit Mineralwasser. mex will wissen: Wie groß sind die Unterschiede bei Mineralwässern in Hessen? Wir schauen uns Geschmack, Qualität und den Preis an!

Thomas Müller im Einsatz. Der Mitarbeiter von Rhönsprudel bereit gerade die nächste Wasserlieferung vor, bei über 30 Grad Hitze. Nachdem es wetterbedingt in diesem Jahr erst mal ruhiger anlief, herrscht jetzt Mineralwasser-Zeit – so wie in diesem Getränkemarkt in Darmstadt Eberstadt.Allein 1,5 Millionen Liter Mineralwasser verkaufte man hier Im vergangenen Jahr.

43,5 Prozent der Hessen mögen das mit dem leichten Blubber. Aber  abgesehen vom Kohlensäuregehalt, gibt es Unterschiede beim Geschmack? mex macht eine Blindverkostung in einem Getränkemarkt in Langenselbold.  Dabei sind 6 verschiedene  Wasser mit Kohlensäure, alle aus Hessen, von sehr günstig bis teuer.

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Der Geschmack ist immer ähnlich: Kann das sein? Mark Strobl hat 30 Jahre lang in der Getränke-Industrie gearbeitet. Heute lehrt er Getränketechnologie an der Hochschule Geisenheim. Mit seinen Studenten hat er schon rund 5.000 Einzelverkostungen durchgeführt. Sein Fazit: „Das Gros der Wässer ist gleich, als gleich einzustufen, da kriegen wir auch statistisch nichts rausgekitzelt.“

Und wie steht es mit der Qualität?

Mehr dazu erfahren wir in Ebersburg im Landkreis Fulda. Hier ist der Firmensitz von Rhönsprudel: 800 Mitarbeiter, Jahresumsatz 145 Millionen Euro. Das Unternehmen füllt pro Tag 1,2 Millionen Flaschen ab. Marketingleiter Jürgen Bühler erklärt uns: Die Mineralwasser von Rhönsprudel stammen nie aus nur einer Quelle. Qualität heißt hier: Die Mischung macht‘s. Bühler sagt: „Wobei hier bei Rhönsprudel haben wir sehr unterschiedliche Mineralisierungen, das liegt an der Verformung von unterschiedlichen Gesteinsschichten. Und von natriumarm und ausgewogen mineralisiert bis eben stark mineralisierte Brunnen.“

Durch die unterschiedliche Konzentration der Mineralien im Quellwasser entstehen so die verschiedenen Produkte.

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Wir schlagen einen 5-Kilometer-Radius um Ebersburg: Darin sind 12 aktive Brunnen, aus denen das Unternehmen das Wasser gewinnt. Die Premium-Marke ist Rhönsprudel, hier entstehen aber auch so genannte B-Marken wie Alasia, Adello, Aqua Star und Prinzessin von Preussen.

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Bühler erklärt: „B-Marken, das sind dann aus anderen Quellen das Mineralwasser, das differenziert sich dann in der Mineralisierung.“ Das bedeutet, die Zusammensetzung ist anders, aber deshalb nicht besser. 12  Mineralbrunnen hat  Hessen. Und die liegen mitunter nur wenige Meter auseinander. 

Noch ein Beispiel: Der größte Mineralwasser-Produzent – Hassia aus Bad Vilbel.

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Das Unternehmen betreibt 20 Kilometer rund um die Stadt 30 aktive Brunnen. Neben den Hauptmarken Hassia und Rosbacher gibt es zum Beispiel noch Orion, Terra, Azur, Elisabethen-Quelle, Bad Vilbeler Urquelle, Liz und Germania Brunnen.

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Der Preis hängt am Marketing

Beim Preis gibt es gewaltige Unterschiede. Beispiel: 1 Liter Rhönsprudel etwa kostet 57 Cent. Alasia, die Zweitmarke von Rhönsprudel, ist schon für umgerechnet 12 Cent zu haben, fast fünf Mal weniger. Wie kommt das? Prof. Mark Strobl, Hochschule Geisenheim, sagt: „Bei den Hochpreisigen sicher ist das Marketing der große Anteil und bei den Sonderangeboten, die da für 3, 4 Euro die Kiste im Supermarkt stehen, da wird kein Marketing gemacht und das wird dann als Preis an den Verbraucher weiter gegeben.“

Auch bei Hassia ist das so: Beispiel Germania-Quelle: Das verkauft das Unternehmen sowohl unter dem Label Germania-Brunnen als auch unter Terra. Die eine Flasche kostet 45 Cent, die andere 30 Cent.

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Das mex-Fazit:

Ob günstig oder teuer: Oft stecken dieselben Hersteller hinter unterschiedlichen Marken – und zwar mit Mineralwasser aus den gleichen Brunnen.

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Autor: Barbara Berner