Hand mit Eisportionierer befüllt eine Waffel

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Eis ist eine Geschmacksfrage, aber die Hessen haben klare Vorstellungen, wie gutes Eis zu schmecken hat. Doch woran erkennt man die gute und die schlechte Qualität? Was kostet eine Kugel Eis in Hessen? mex hat recherchiert.

Es gibt 391 Eisdielen in Hessen, hat ein Statistiker nachgezählt. Und die Beste? mex hat auf Facebook die Hessen gefragt. Das Ergebnis: Die überwiegende Mehrzahl hat für Niederbrechen, Niederbrechen, Niederbrechen abgestimmt. Dann sind wir mal hingefahren nach Niederbrechen bei Limburg zur Eismanufaktur.

Und das ist er, der hochgelobte Eismacher: Eugenio Cicero. Erst spät hat er umgeschult zum Eismacher. Zuerst probierte er es mit Fertig-Produkten aus der Tüte. Doch mittlerweile hat sich das geändert: „Wenn man dann beim Erdbeereis anfängt und macht dann 20 Prozent Erdbeeren rein und macht dann noch Erdbeerpaste mit Farbstoffen und Aroma-Stoffen mit rein - das war einfach nicht mein Ding.“

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Speiseeis - Lebensmittelkunde

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Statt Fertigpackungen stehen heute hier frische Erdbeeren, die Nüsse hat er selbst kandiert und alle Konzentrate sind ohne Konservierungsstoffe. Sogar die Butterkekse fürs Cookies-Eis macht er selbst. Da weiß er, was drin ist. Die Weidemilch  kommt von der Upländer Molkerei. Kann jeder Hesse diese natürlichen Zutaten beim Probieren rausschmecken?

So gehen Zungen- und Farbtest

Das wollen wir von Dario Fontanella in Mannheim wissen. Er ist der bekannteste Eismacher Deutschlands und  Botschafter für hochwertiges  italienisches Eis. Sein Tipp in Sachen Qualitätscheck ist der Zungentest: „Wenn ich das Eis gegessen und geschluckt habe, kann ich meine Zunge am Gaumen reiben und wenn die Zunge glitschig wird oder sie ist nicht rau, besteht der Verdacht, dass man eben zu arg mit Emulgatoren gearbeitet hat und auch evtl. zusätzlich mit Pflanzenfetten.“

Bis zu einer Tonne produzieren er und seine Mitarbeiter pro Tag. Das sind etwa 12.000 Kugeln. Anhand des Pistazieneises zeigt er uns, was die Farbe übers Eis verrät: „Diese Pistaziencreme besteht aus 100 Prozent Pistazien und wenn ich diese Masse hier in Milch in Zucker in Eigelb unterrühre, ist es logisch, dass es etwas heller wird. Hätte ich hier einen giftgrünen Ton heißt es, dass ich eben zusätzliche Farbstoffe da zugefügt hätte.“ Was grüner ist, kommt aus dem Chemielabor.

Manchmal auch eine Fertigmischung

Zurück zu unseren hessischen Eisdielen. Im Eiscafe Treviso in Nidderau Windecken treffen wir Eismacher Geison Destro - ein klassischer Eismacher, wie es viele in Hessen gibt. Seine Grundmischung macht er selbst. Auch einige Sorten wie Vanilleeis oder Zitrone. Bei anderen  Sorten wie beispielsweise Cookies, greift er zur Fertigmischung. Da ist alles drin, der Geschmack, die Schokolade und die Kekse: „Wenn ich alles selbst mache, kann ich nicht 26 Sorten anbieten.“ Ein ehrlicher Eismacher. Und die Kugel ist mit 1, 10 Euro im guten Hessendurchschnitt.

Zurück in die Eismanufaktur in Niederbrechen. Die natürlichen Zutaten treiben die Kosten in die Höhe. Allein 1 Kilo Vanilleschoten kosten ihn derzeit im Einkauf 600 Euro. So liegt der Warenwert für eine Kugel Eis im Durchschnitt bei bis zu 40 Prozent. Kommt er da mit 1, 20 Euro pro Kugel überhaupt hin? Cicero sagt: „Wir haben mit 1,10 angefangen und sind jetzt bei 1,20 Euro. Eigentlich müsste es noch ein bisschen teurer sein. 1,30 bis 1,40 wäre schon ein angemessener Preis.“

In der Stadt gibt es bereits Kugeln für 1.70 Euro. Damit sich sein Geschäft rechnet, verkauft Eugenio Cicero sein beliebtes Eis jetzt auch an Rewe-Märkte im Landkreis.  Der 500ml Becher kostet 5, 99 Euro - eine Erfolgsgeschichte aus Niederbrechen.

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Das mex-Fazit

Ein gutes Eis erkennt man auf den ersten Blick. Nicht so grell sollte es sein, nicht zu aufdringlich im Geschmack. Der Preis ist kein Indiz dafür, was an  guten Zutaten drin stecken kann.

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Autorin: Barbara Berner