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zum Video Flughafen, der Kampf um das Nachtflugverbot

Farbschauspiel am Himmel über dem Frankfurter Flughafen.

Im Kontrollturm am Frankfurter Flughafen kämpfen sie täglich mit dem Nachtflugverbot. Die letzten Betriebsstunden vor dem Beginn des Nachtflugsverbots um 23 Uhr sind oft die stressigsten.

Heute ist das die Aufgabe des Vorfeldlotsen Samuel Ditthardt: „Dadurch, das wir jetzt neun Uhr haben, in zwei Stunden tritt das Nachtflugverbot in Kraft, haben wir jetzt zwei Stunden Zeit, die Abflugzeuge rauszukriegen, die müssen und die die wollen. Dementsprechend knüppelt sich das am Ende schon einmal und dann wird es viel….“

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Fraport: Betriebszeiten des Frankfurter Flughafens

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Die letzten Betriebsstunden vor dem Beginn des Nachtflugsverbots um 23 Uhr sind oft die stressigsten, weiß Kollege Thomas Müller. Auf dem Plan stehen heute noch 138 Flüge mit rund 18.000 Passagieren: „Was wir jetzt noch im Angebot haben für die nächsten zwei Stunden: Zu unseren Füssen geht gerade Singapur raus, nebendran steht Bangkok und Kapstadt, dann haben wir eine Condor nach Stanta Domingo, ein Flieger nach Rio.“

Ob sie die alle rechtzeitig in die Luft kriegen, wissen sie erst kurz vor 23 Uhr. Dann müssen alle Flieger weg sein oder gelandet sein. Denn Verstöße gegen das Nachtflugverbot wollen sie auf jeden Fall vermeiden. Die gibt es immer wieder und immer mehr.

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Die Zahl der Landungen nach 23 Uhr stieg von 775 im Jahr 2017 auf 1098 im vergangenen Jahr. Leicht zugelegt hat auch die Zahl der verspäteten Starts: von 505 im Jahr 2017 auf 515 im vergangenen Jahr.

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Kameras sind hilfreich

Damit es nicht noch mehr werden, spielen sie hier im Kontrollturm quasi Schach mit Flugzeugen. Immer schon mehrere Züge im Voraus denken, um jede Minute einzusparen. Hilfe kommt von der Technik, sagt Müller: „Wir haben hier am Flughafen rund 100 Kameras, auf die wir hier zugreifen können um Bereiche einzusehen, die wir jetzt nicht persönlich durch Direktsicht sehen        können und deswegen greifen wir auf Kameras zurück. Natürlich bei Nebel sind die Kameras wenig nutzbar, weil da die Sicht genauso schlecht ist wie von hier oben aus.“

Doch alle Technik nützt nichts, wenn ein Notfall die gesamte Planung über den Haufen wirft. So wie jetzt: Mitten im Trubel meldet sich plötzlich der Tower. Ein Passagier schwebt offenbar in Lebensgefahr. Auch solche Ereignisse bringen den Countdown bis zum Beginn des Nachtflugverbots durcheinander. Wie stark aber welche Airline dagegen verstößt, ist höchst unterschiedlich.

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Den größten Anteil an den Verstößen hat Ryanair mit 31 Prozent. Dann folgen Condor mit 20 Prozent und die Lufthansa mit 16 Prozent. TUIfly hat 11 Prozent aller Verstöße zu verantworten.

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Und heute? Noch 30 Minuten bis zum Nachtflugverbot. Fast alle Flieger sind weg, aber bei zwei Maschinen könnte es knapp werden, dabei tickt die Uhr tickt unerbittlich weiter. Es wird eng, wenn der letzte Flieger an diesem Abend noch vor 23 Uhr in Frankfurt starten soll.

Autor: Steffen Clement