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zum Video Frag Glaeske - Was taugt das neue Gebärmutterhalskrebs-Screening?

Frau denkt nach

Ein neues Screening-Programm für Gebärmutterhalskrebs soll die Zahl der Krebsfälle deutlich reduzieren. Gehört diese Krebsart bald der Vergangenheit an? Wir fragen den Gesundheitsexperten Gerd Glaeske.

Auf den ersten Blick scheint das neue Früherkennungsprogramm wenig verändert. Ein Abstrich vom Gebärmuttermund für den gewohnten Pap-Test. Der sucht nach auffällig veränderten Zellen, möglichen Krebs-Vorstufen. Dann aber das Neue. Ein zweiter Abstrich für den HPV-Test. HPV steht für "Humane Pappilom Viren". Die können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und den  Gebärmutterhals, infizieren.  Meist heilen diese Entzündungen ab, doch es kann daraus auch Krebs entstehen.

Prof. Dr. Magnus von Knebel-Doeberitz, Tumorbiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, erforscht seit Jahren den Zusammenhang zwischen HPV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs: "Wenn Sie HPV-negativ sind, brauchen Sie das auch nicht weiter untersuchen, dann haben sie eigentlich de facto die Sicherheit dass bei Ihnen kein Gebärmutterhalskrebs entstehen kann. Wenn sie HPV-positiv sind, heißt das nicht, dass Sie in jedem Fall Gebärmutterhalskrebs entwickeln werden, aber Sie haben natürlich ein gewisses Risiko."

Eine deutliche Verbesserung

Vom HPV Test sollen künftig alle Frauen profitieren, zumindest ab 35. Bei jüngeren Frauen kommt die HPV-Infektion so häufig vor, dass der Test vielfach Alarm schlagen würde, so Experten.

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Ab diesem Jahr gilt für Frauen ab 35 Jahre:

  • HPV-Test plus Pap-Test alle 3 Jahre
  • Bis 34 Jahre - Pap-Test jährlich.
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Eine weitere Neuerung: Bei einem verdächtigen Befund  haben Frauen jetzt auch Anspruch auf eine Kolposkopie. Mit einem Spezialmikroskop wird der Gebärmuttermund untersucht, dabei kann auch eine kleine Gewebeprobe genommen werden, um eine endgültige Diagnose zu bekommen. Experten erwarten für alle Frauen eine deutliche Verbesserung durch das neue Früherkennungsprogramm, vor allem wenn zusätzlich mehr junge Mädchen zur HPV-Impfung gehen.

Prof. Karl Ulrich Petry, Gynäkologe, sagt: "Die Zukunft gehört eigentlich einer Kombination aus HPV-Impfung und HPV-Testung, und das Ganze, die HPV-Impfung wahrscheinlich nur einmalig. Es gibt immer mehr Daten die zeigen, dass sie ein Leben lang halten wird. Und die HPV-Testung wird immer seltener. Irgendwann in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts werden wir es gar nicht mehr brauchen, weil dann das Zervix-Karzinom verschwunden ist."

Im Video erfahren wir vom Gesundheitsexperten Prof. Gerd Glaeske, ob der Gebärmutterhalskrebs eine Krebsart ist, die in Zukunft der Vergangenheit angehören könnte.