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Arzt am Bett eines Corona-Patienten

Die Corona-Pamdemie bringt auch die Therapie-Pläne anderer, ernster Erkrankungen durcheinander. Komplikationen bei der Behandlung können deshalb selbst das spezialisierte Personal überfordern. Wie Kliniken damit umgehen, weiß der Gesundheitsexperte Gerd Glaeske.

Darmkrebs ist trotz moderner Verfahren immer noch eine gefährliche Erkrankung. Die Sterberate nach einer OP liegt je nach Klinik bei mehr als 5 Prozent. Und jetzt kommt noch das Corona-Krise dazu. Dr. Markus Winny, Chirurg, sagt: "Die Problematik ist ja, wir wissen alle miteinander nicht, wie lange uns noch das Thema Corona-Virus-Pandemie noch begleiten wird, wir können es nicht abschätzen und deshalb bieten wir unseren Patienten an der jetzigen Situation bei einer Tumorerkrankung auch die zeitgerechte Therapie durchzuführen“

Wie plötzlich und dringend eine Tumor-Behandlung kommen kann, hat Tanja Heller erfahren. 2016 bekam die gelernte Physiotherapeutin die Diagnose Darmkrebs. Bei Tanja Heller war der Krebs bereits weit fortgeschritten, eine Behandlung dringend notwendig.

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Sujetbild: Ein Mann mit Schutzmaske schlendert durch die Gegend, im Hintergrund sind Menschen ohne Masken zu sehen.
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Die Ärzte stellen einen strikten Fahrplan auf – erst Chemotherapie, dann Bestrahlung, dann die Operation: "Nach drei Tagen durfte ich dann das erste Mal aufstehen, und dann fingen an meine Nähte, meine innerlichen Nähte auseinanderzubrechen, so dass ich dann nach dem Toilettengang Klammern auf dem Klopapier hatte und wo ich dann die Krankenschwestern gefragt hab, ob das normal ist. Und ja dann standen auf einmal sehr viele Ärzte an meinem Bett.“

Überforderung in Corona-Zeiten?

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Medikamentenschrank in einer Apotheke
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Es folgt eine Notbehandlung mit überlebenswichtiger Nachsorge. Die kann im Krankenhaus über Leben und Tod entscheiden. Dafür müssen aber rund um die Uhr die richtigen Fachärzte bereit stehen - auch nachts und am Wochenende. Doch das ist keine Pflicht. Wie eine Klinik die Nachsorge organisiert, ist ihr überlassen. Und die gesetzlichen Anforderungen, ob eine Klinik die Behandlung von Darmkrebs anbieten darf, sind ohnehin niedrig.

Auch deshalb setzt die deutsche Krebsgesellschaft auf eine entsprechende Zertifizierung. Und fordert, die Behandlung von Darmkrebs wirklich nur von Spezialisten durchführen zu lassen. Dr. Johannes Bruns, Deutsche Krebsgesellschaft, sagt: "Wir sind der Meinung, dass das operierende Behandeln von Krebs ohnehin in einem ganz bestimmten Setting stattfinden soll, nämlich in einem interdisziplinären Team. Und das in hoher Qualität überall zur Verfügung zu haben, ist nicht möglich und von daher muss man das zentralisieren."

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Arzt am Bett eines Corona-Patienten
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Tanja Hellers Fall zeigt: Komplikationen kommen unvorhergesehen und können manche Kliniken, trotz Spezialisten und Zertifikaten, überfordern. Gerade in Zeiten von Corona, ist das für Krebspatienten umso lebensbedrohlicher.

Im Video erklärt der Gesundheitsexperte Gerd Glaeske, was Kliniken tun, um mit solchen schwierigen Situationen umzugehen.