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zum Video Frag Glaeske - Wie ist die Lage in Hessens Kliniken?

Arzt am Bett eines Corona-Patienten

Sind Deutschlands Kliniken mittlerweile gut gewappnet gegen die Pandemie? Wir sehen unsd die Situation in einer Intensivstation an. Wie die aktuelle Lage in Deutschlands Hospitälern ist, erfahren wir vom Gesundheitsexperten Gerd Glaeske.

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zum hessenschau.de Video Wieder mehr planbare Operationen in Kliniken

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Auf der Corona-Intensivstation muss sich jeder umziehen. Wir besuchen den zweiten Stock der Uniklinik Gießen. Zum ersten Mal darf ein Kamerateam hinein. Hier ist alles umgebaut, aus einer großen sind zwei Stationen geworden – drinnen sichtbar durch Hygiene-Schleusen in den Fluren getrennt. Tobias Kempff, der Pflegedienstleiter sagt: 
"Die Patienten sind hier in den Zimmern. Wir haben immer Doppelzimmer. Und eine Pflegekraft ist dann jeweils für zwei Patienten zuständig."

14 Patienten werden hier versorgt, sie sind schwer an Corona erkrankt. 13 werden an großen Geräten beatmet, und sind im künstlichen Koma. Auf der Intensivstation herrschen strengste Hygenebedingungen. In die Zimmer dürfen nur Arzt und Pfleger im Vollschutz,mit Taucherbrillen, Einweg-Kitteln und Hauben. Und jeder hat seine eigene Atemschutzmaske. Die muss er die ganze Schicht über verwenden.

Ein rätselhaftes Virus

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zum hessenschau.de Video Corona-Krise – Einige Kliniken sind kaum belegt

hessenschau vom 09.04.2020
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Gibt es Angst, sich selbst zu infizieren? Dr. Hendrik Halfar, Lungenfacharzt, meint: "Ehrlicherweise, durch unsere Schutzausrüstung, mache ich mir da keine Gedanken! Ich denke, wir sind hier besser geschützt, als im Supermarkt, wo man einfach nicht weiß, wer es hat und wer es nicht hat." Die meisten Patienten hier seien derzeit stabil. Das Virus sei tückisch, Voraussagen oft schwierig. Das sei das typische an dem neuen Corona. Für einige verbessere sich die Situation ... aber nur sehr langsam: Der Lungenfacharzt erklärt: "Dieser Patient hat ein Lungenversagen durchlebt! Und befindet sich zurzeit auf dem Wege der Besserung. Wir werden ihn jetzt wach werden lassen. Und sukzessive von der Beatmung entwöhnen."

Das Virus ist und bleibt rätselhaft. Es hält sich einfach nicht an Erfahrungen mit bekannten Lungenkrankheiten: Halfar sagt, es sei hier auch schon jemand gestorben: "Auch das gehört leider dazu. Auch wir haben Todesfälle zu verzeichnen. Gerade bei den kritisch kranken Patienten, die sich hier auf unserer Station befinden."

"Gut gewappnet"

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zum Video Kliniken vor dem Corona-Ansturm

Ein Arzt und eine Pflegerin bereiten ein Intensivzimmer vor
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Überwiegend Männer und ältere Patienten sind in dieser Station von Corona betroffen. Aber unter den 14 Patienten gibt es auch einige zwischen 35 und 50. Die Beatmung ist heikel, denn jeder Körper ist anders empfindlich. Fehler darf sich hier niemand erlauben. In Gießen gibt es noch acht leere Betten in der Corona-Station: "Ich sehe uns gut gewappnet. Auch für weitere Patienten, die da noch kommen mögen!"

Der Kampf gegen Corona ist aufwändig. Die Intensivstation im Uniklinikum Gießen hatte vor der Pandemiewelle 65 Mitarbeiter. Jetzt sind es bald 100. Trotz angespannter Pflege, spürt man hier viel Motivation, zu helfen.

Im beigefügten Video erklärt der Gesundheitsexperte Gerd Glaeske, wie die aktuelle Lage in unseren Kliniken ist.