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Mangelernährung bei einem Krankenhausaufenthalt ist nicht ungefährlich, denn es bleibt manchmal unbemerkt. Wie ist denn das möglich? Wir fragen nach beim Gesundheitsexperten Prof. Gerd Glaeske.

Anna Struzyna kämpfte bis vor kurzem mit den Folgen einer  Mangelernährung. Das ist besonders gravierend, da bei ihr Knochenkrebs diagnostiziert wurde. Dadurch hatte die junge Frau ohnehin viel Gewicht verloren: „Ich habe knapp 12 Kilo abgenommen und vor allem innerhalb einer  Woche 5 Kilo, weil ich nichts mehr in mir behalten habe. Ich habe mich mindestens achtmal am Tag übergeben, und es hat gar nichts mehr funktioniert.“

Das ist nicht ungewöhnlich: Von allen Patienten, die ins Krankenhaus kommen, leiden laut einer Studie 25 Prozent krankheitsbedingt unter Mangelernährung. Anna Struzyna ist inzwischen verlegt worden. Sie führt die Mangelernährung auf den Aufenthalt in einem anderen Krankenhaus zurück: Dort habe man sie trotz Mangelernährung auf Diät gesetzt, weil sie Vegetariern ist und laktosefreie Kost braucht: „Was dann zu solchen spektakulären Frühstücks-Aktionen geführt hat wie eine Fertigtütensuppe zu bekommen. Oder mein Abendessen war ein Apfel.“

Oder ein Weißbrot mit Gurke. Das hat etwa 100 Kalorien. Dabei hätte Anna Struzyna 700 Kalorien pro Mahlzeit gebraucht. Dem ohnehin geschwächten Patienten fehlen damit wichtige Nährstoffe.

Weniger Ausgaben für Verpflegung

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In Deutschland wird übrigens nicht jeder Patient auf Mangelernährung untersucht und behandelt. Denn das kostet Geld. Mangelernährung fällt in den Bereich „Ernährungsmedizin“. Und dafür können Krankenhäuser nun eigenverantwortlich Kosten angeben. Vergütet werden sie aber frühestens in zwei Jahren – so will es das System. Voraussetzung ist ein sogenanntes „Ernährungsteam“. Das hat man beispielsweise  beim DRK-Krankenhaus in Kassel. Chefarzt Christian Lösers untersucht alle Patienten auf Mangelernährung. Bei Bedarf bekommen sie zusätzliche Mahlzeiten. Zum Beispiel Frucht-Shakes aus Aprikosen und Marzipan. Die Shakes sind angereichert mit Extra Kalorien und vor allem mit Proteinen – zum Wohle der Patienten.

Nach einer aktuellen Studie geben Krankenhäuser trotz gestiegener Lebensmittelpreise und Personalkosten aber weniger für die Verpflegung aus. In zehn Jahren sparten sie so 14 Prozent pro Patient und Tag ein.

Im Videobeitrag erklärt der Gesundheitsexperte Prof. Gerd Glaeske, wie gefährlich Mangelernährung im Krankenhaus ist und welche Warnsignale es gibt. Und: Sparen Krankenhäuser ihre Patienten krank?