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zum Video Frag Glaeske – Schlucken wir zu viele Schmerzmittel?

s: gesundheit Schmerzen

26 Millionen Deutsche greifen zu Schmerzmitteln, darunter sind viele freiverkäufliche Mittel. Das ist nicht ungefährlich, denn es droht eine Abhängigkeit. Gerd Glaeske erklärt, woran man die Gefahr erkennt.

Schmerzmittel, zu häufig, zu viel eigenommen und geschluckt: Wenn dann noch die Schmerzen nicht aufhören, verschreiben die  Ärzte schnell hochkarätigere Mittel. Und  so gelangen Patienten in die Abhängigkeit. 1, 6 Millionen  Menschen hierzulande sind  Schmerzmittelabhängig. Was das bedeutet hat Metin Karamazi erlebt.

Die Sucht kam schleichend. Nach einer Operation an der Wirbelsäule bekam Metin Karamazi das erste Mal Schmerzmittel verschrieben. Er erhöhte die Dosis immer weiter, um noch ein beruhigendes Gefühl zu empfinden: "Ich bin einfach unruhig, ich bin so kraftlos. Manchmal wenn ich beispielsweise meine Medikamente über 2-3 Stunden nicht nehme, oder über einen halben Tag, dann bin ich so kraftlos und kann manchmal meine Hände nicht mehr hochheben."

Gravierende Nebenwirkungen

Der gelernte Maurer verlor seinen Job. Es ging ihm immer schlechter. Müdigkeit, Angstgefühle, Halluzinationen – das sind Nebenwirkungen dieser opioidhaltigen Schmerzmittel. Trotzdem verschrieben Ärzte ihm - auf Wunsch - immer mehr, über Jahre.

Seit den 90er Jahren verordnen Ärzte immer mehr dieser starken Schmerzmittel.  Lange hieß es, sie machen nicht abhängig. Die Realität sieht anders aus. 1,6 Millionen  Menschen sind abhängig oder haben sich an den Gebrauch gewöhnt.

Dr. Maja Falckenberg, Schmerzambulanz, stellt fest, dass Opiate nicht die Lösung seien. "Das mussten wir Ärzte eben auch erst verstehen."

Im Video erklärt Gerd Glaeske, wann man von Abhängigkeit spricht und wie man reagieren sollte.