Eine Frau putzt vor dem Spiegel ihre Zähne

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Es herrscht kein Mangel an Zahnpasten, die einen wirksamen Schutz vor Karies versprechen. Und zwar mit Fluorid. Was sie taugen, erfahren wir vom Gesundheitsexpertem Gerd Glaeske.

Die Zahnpasta Karex wurde vergangenes Jahr in Tageszeitungen groß beworben als Alternative zum vermeintlichen Giftstoff Fluorid. Denn nicht wenige Menschen sehen Fluorid skeptisch. Tatsächlich liegt der Angst häufig ein Missverständnis zugrunde, sagt der Toxikologe Edmund Maser von der Uni Kiel: „Das Fluor ist ein sehr aggressives, giftiges Gas, was aber erst bei minus 180 Grad flüssig ist. Es frisst sich durch alle Materialien. Aber Fluorgas ist was anderes als Fluorid. Fluorid ist das negativ geladene Ion, welches mit Natrium ein relativ harmloses Salz ergibt.“

Kaum eine Substanz ist so gut untersucht wie das Fluorid in der Zahnpasta. Mit eindeutigen Ergebnissen, wie Prof. Ulrich Schiffner, Zahnmediziner, UKE, weiß: „Fluorid ist der Schlüssel zum Erfolg in der Kariesprävention. Seit Fluorid breit verfügbar ist, in Form von Zahnpasten, geht die Karies weltweit zurück.“

Dr. Thomas Wawerla, Zahnarzt aus Hamburg erklärt: „Das hat mit der Biochemie zu tun. Das Fluorid wird in den Zahnschmelz eingelagert und führt dort zu einer vermehrten Aushärtung des Schmelzes und zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit.“

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KZBV: Zahnschutz durch Fluoride

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Fluorid ist sicher

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Lifehack: Elektrische Zahnbürsten im Test

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Karex, die neue Zahnpasta, wirbt nun damit, dass sie vor Karies schützt – mit Hydroxylapatit statt mit Fluorid. Zahnärzte bezweifeln aber, dass das funktioniert. Prof. Schiffner sagt: „Wir haben bislang keine Studie publiziert, die zeigt, dass Karies erkennbar zurückgeht bei Verwendung alternativer Wirkstoffe in Zahnpasten. Das ist nur das Fluorid, das diesen Effekt hat. Andere Studien liegen bislang nicht vor.“

Die Wirksamkeit von Fluoridzahnpasten hingegen wird seit Jahrzehnten immer wieder untersucht. Erst vor wenigen Jahren hat die renommierte Cochrane Collaboration 71 qualitativ hochwertige klinische Studien in einer Meta-Analyse ausgewertet. Fluorid sei in der Form und in der Dosierung, wie wir es für die Kariesbekämpfung einsetzen, sicher, meint Schiffner. Das sei nachgewiesen in zahlreichen wissenschaftlichen Studien.

Der Toxikologe Maser bestätigt: Ein 60 Kilogramm schwerer Mensch müsste täglich schon 20 Tuben Zahnpasta essen, um den Grenzwert zu erreichen, ab dem es bedenklich wird: „Wenn man Zahnpasta ordnungsgemäß benutzt, wie man sich das vorstellt, dass man sich zwei bis drei Mal am Tag die Zähne putzt, kann da überhaupt nichts passieren. Es können dann keine negativen Wirkungen auftreten.“

Noch mit 80 gut aussehen und kauen

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sges

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Wie sehr Fluorid die Zähne schützt, sehen niedergelassene Zahnärzte seit Jahren in ihren Praxen. 50-jährige mit einer Prothese, wie es in den 60er und 70er Jahren an der Tagesordnung war, sind mittlerweile Geschichte, weiß Wawerla: „Heute können wir bei entsprechender Pflege den Leuten sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr bis 80 eure eigenen Zähne im Mund habt und damit gut ausseht, damit kauen könnt, dass die Funktion stimmt, das können wir den Leuten fast versprechen.“

Gute Zahnpflege – zu Hause und beim Zahnarzt – mit Fluorid. Das ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der beste Weg, sich bis ins hohe Alter vor Karies zu schützen.

Im Video bezieht der Gesundheitsexperte Prof. Gerd Glaeske Stellung zum Thema Fluorid.