Eine Frau mit Atemmaske läuft vor einem geschlossenen Geschäft in Frankfurt vorbei.

Leere Fußballstadien in Hessen, ausverkaufte Desinfektionsmittel, Schulen sind geschlossen und täglich immer mehr Menschen in Quarantäne. Viele fragen sich: Muss das sein? Der Experte Glaeske kennt die Antwort.

Gerade läuft alles nach Plan, dem 3-stufigen nationalen Pandemieplan. Ziel ist es, den Schaden durch das Coronavirus für die Bevölkerung so gering wie möglich halten.

Die Eindämmungsphase

Die erste Stufe ist die sogenannte Eindämmungsphase. Es geht es darum, die Ausbreitung des Virus möglichst lange zu verzögern. Möglichst jeder Infizierte und alle, die mit ihm Kontakt hatten, müssen mindestens 14 Tage in Quarantäne.

Das bedeutet konkret, die Wohnung nicht zu verlassen, täglich mit dem Gesundheitsamt telefonieren, melden ob Symptome auftreten. Und falls ja: einen Test auf das Coronavirus machen lassen. Nach 14 symptomfreien Tagen, wird die Quarantäne aufgehoben. 14 Tage gelten deshalb, weil das die maximale Inkubationszeit ist. Das heißt, wenn Viren von einem Infizierten auf einen Gesunden übergehen, dauert es bis zu 14 Tage bis dieser auch erkrankt oder das Virus bei ihm nachweisbar ist.

Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe, sagt: "Durch die Isolierung von Kranken und die Quarantäne-Maßnahmen von Kontaktpersonen gewinnt man natürlich Zeit. Und diese Zeit kann man nutzen, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu entwicklen, das heißt weiter an Medikamenten zu forschen, an Impfstoffen zu forschen oder auch die Kapazitäten zu erhöhen."

Die Schutzphase

Der Fußball pausiert, Großveranstaltungen sind abgesagt, das öffentliche Leben steht nahezu still – alles, um massenhafte Ansteckungen zu vermeiden. Die zweite Stufe ist die sogenannte Schutzphase des Pandemieplans. Die greift, wenn es viele Infizierte gibt, bei denen nicht mehr klar ist, wo sie sich angesteckt haben. Dann können nur die Kranken isoliert werden – vor allem ältere, vorerkrankte Menschen.

Die Phasen des Plans verlaufen fließend. in einigen Regionen ist die Quarantäneregelung für Pflegepersonal schon jetzt gelockert. Dort werden in Absprache mit den Gesundheitsämtern nicht mehr alle Ärzte und Pflegekräfte isoliert, die mit einem Infizierten Kontakt hatten, um die Versorgung der Pateinten im Krankenhaus aufrecht zu erhalten.

Versorgung aufrecht erhalten

In der dritten Stufe geht es dann darum, das öffentliche Leben und die Versorgung aufrecht zu erhalten. Trotz vieler schwerer Erkrankungen muss die medizinische Betreuung gesichert werden. Ärzte müssen im Zweifel entscheiden, wer zuerst behandelt wird.

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Das Fazit:

Es wird dringend ein  Medikament gegen das Virus benötigt, um vor allem das Leben vieler älterer Erkrankter zu retten. Doch bis ein Impfstoff gegen Corona einsatzbereit ist, werden noch Monate vergehen. Bis dahin scheint das wirksamste Mittel der Pandemieplan zu sein.

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