Video

zum Video Frag Glaeske – Wenn das Kunstherz entfernt wird

Monitore mit Herzdaten.

Die Herzchirurgen konnten in der Uni-Klinik Frankfurt vor zwei Monaten zum ersten Mal in Hessen einem Patienten ein Kunstherz explantieren. Sind solche Operationen Risiko oder Chance? Wir fragen den Gesundheitsexperten Gerd Glaeske.

Schon vier Wochen nach der Entnahme ist der Patient Christian Körfgen wieder zuhause bei seiner Familie. Die Pumpe hat er mitgebracht: „Meine Kinder wollten es gerne haben und sehen was ich da in mir getragen habe. Für mich ist es eher, dass ich es abhake. Vielleicht eine Hassliebe. Einerseits ja Leben gerettet, andererseits eingeschränkt.“ Das Kunstherz rettet dem 52jährigen das Leben. Ansonsten hätte ihm nur ein Spenderherz helfen können. 

Und so funktioniert dieses mechanische Herzunterstützungssystem: In der Mitte sitzt eine bewegliche Scheibe. Durch die Drehung gelangt das Blut  vom Herz aus an die Hauptschlagader. Von dort aus kann die Versorgung des Körpers mit ausreichend Blut aufrecht erhalten werden. Die Pumpe sitzt direkt auf die Herzspitze. Damit es funktioniert  benötigt sie Strom.

Manchmal regeneriert sich das Herz

Fabian Emrich vom Universitätsklinikum Frankfurt sagt: „Hier sieht man das Stromkabel, die sogenannte Driveline. Das Stromkabel, das durch die Bauchdecke ausgeleitet wird und zum Controller führt. Das ist sozusagen die Steuereinheit. Das läuft natürlich nicht ohne Strom. Insofern muss der Patient noch Akkus bei sich tragen.“ Etwa 1.000 Patienten in Deutschland wird ein Kunstherz implantiert. So nimmt man dem eigenen Herzen die Belastung und es kann sich, in manchen Fällen wie bei Christian Körfgen wieder regenerieren. Der Bad Sodener hatte Glück. So langsam findet er wieder in seinen Alltag zurück.

Im Beitrag klärt uns Prof. Gerd Glaeske darüber auf, ob solche Herzoperationen Risiko oder Chance sind.