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zum Video Frag Glaeske - Wie sinnvoll sind natürliche Schlafmittel?

Frau versucht zu schlafen und ist in der Nachtruhe gestört.

Immer mehr greifen bei Schlafstörungen zu Lavendel, Baldrian & Co. Ist das eine gute und wirksame Alternative zu Medikamenten? Wir fragen nach beim Gesundheitsexperten Gerd Glaeske.

Einen Acht-Stunden-Tag gibt es für Sven Biller nicht. Er ist in der Online-Branche tätig und verkauft Werbung für private Websites. Ein stressiger Job. Sven Biller liebt seine Arbeit. Dennoch musste er erfahren: Der Stress birgt auch eine Gefahr für ihn und seine Gesundheit. Biller erzählt: „Die Situation in der Firma hat sich zu zugespitzt, dass ich die Aufgaben und meine Probleme mit nach Hause genommen habe und auch nachts im Bett noch darüber nachgegrübelt habe, so dass ich entweder gar nicht erst einschlafen konnte oder aufgewacht bin und Probleme gewälzt habe. So dass ich morgens eben unausgeschlafen aufwachte.“

Vor etwa drei Jahren litt Sven Biller unter akuten Schlafstörungen. Meist fiel es ihm zwar leicht einzuschlafen, aber nach zwei Stunden wachte er wieder auf. Und dann begann er sofort in seinem Kopf Probleme zu lösen oder die Aufgaben des nächsten Tages zu planen. An ein Wiedereinschlafen war dann nicht mehr zu denken: „Das ist auf jeden Fall ein verstörendes Gefühl. Man hat eine gewisse Angst, dass man am nächsten Tag nicht fit ist, nicht leistungsfähig. Entsprechend habe ich natürlich darüber nachgedacht, Schlafmittel zu nehmen. Pharmazeutische Mittel kamen für mich nicht in Frage, deshalb habe ich auf pflanzliche Mittel, Schlafmittel, zurückgegriffen.“

Sven Biller entdeckt den Lavendel für sich. Ein Säckchen mit Blüten auf dem Nachtkästchen oder ein paar Tropfen Lavendelöl neben das Kopfkissen und er kann wieder einschlafen.

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br: Was bringen pflanzliche Schlafmittel

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Es wirkt!

Die wirksamen Substanzen stecken beim Lavendel in den Blüten, in ätherischen Ölen. Mit dem Duft verbreiten sich Stoffe, die beruhigend auf Psyche und Schlaf wirken. Eigenschaften, die auch andere Pflanzen besitzen. Beim Baldrian kommt nur die Wurzel zum Einsatz. Laborversuche zeigen: Einige Bestandteile interagieren mit Botenstoffen und schlaffördernden Substanzen im Gehirn. Häufig wird Baldrian zusammen mit Hopfen verwendet. Der soll ähnlich wirken, wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin. Auch die Melisse wirkt beruhigend und schlaffördernd.  So wie die Passionsblume.

Ist das nun alles nur Einbildung? Nein, sagt Chefarzt Arthur Wölfel vom Krankenhaus für Naturheilweisen in München. Sein Haus setzt begleitend zu Standardtherapien vor allem in der Patientenpflege auf viele dieser pflanzlichen Heilmittel. Und das aus gutem Grund: „Die Grundtendenz für den Baldrian ist, er wirkt als schwaches schlafförderndes Medikament, er wirkt auch bei nervösen Herzstörungen. Und für den Lavendel gibt es eigentlich drei ganz gute Studien, die den Lavendel sowohl gegen Placebo, also Nicht-Arznei, aber auch im Vergleich gegen einem niedrig dosierten Benzodiazepin, einem pharmakologisch wirksamen Schlafmittel vergleichen und da schneidet er gut ab. Er wirkt so gut, wie ein schwaches Benzodiazepin und er wirkt besser als Placebo.“

Gedanken notieren

Sven Biller hatte keine Bedenken, dass ihn die pflanzlichen Einschlafhilfen abhängig machen könnten. Dennoch hat er mittlerweile Strategien entwickelt, wie er auch ohne sie in den Schlaf kommt: „Also falls das Gedankenkarussell sich wieder anfängt zu drehen, habe ich einen Block unter meinem Bett und darauf kann ich dann meine Gedanken oder Ideen für den kommenden Tag kurz notieren. Und dann funktioniert es eigentlich mit dem Einschlafen auch wieder hervorragend.“

Und wenn diese Technik tatsächlich mal versagen sollte: Im Falle eines Falles kann er immer noch auf seine pflanzlichen Geheimwaffen zurückgreifen, um wieder gut in seinen Schlaf zu finden.

Im Video erklärt der Gesundheitsexperte Gerd Glaeske, warum man auf Baldrian & Co setzen kann.