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zum Video Frag Lehmann - Darum schauen hessische Sparer in die Röhre

Hessens Sparer schimpfen über niedrige Zinsen. MEX will wissen: Was bedeutet das für den Einzelnen und wie gehen die Hessen in verschiedenen Lebensphasen damit um? Danach ein Gespräch mit dem Börsenexperten Frank Lehmann!

MEX im Schatten der Europäischen Zentralbank. Sie legt den Leitzins fest und der liegt seit 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Damit hat sie die Zinsen für den Sparer auch gleich mitabgeschafft. Wir fragen Hessens Sparer, wenn sie für ein Jahr 1000 Euro bei 0,2 Prozent anlegen: Haben sie am Ende mehr?

Das Ergebnis: Von zwölf befragten Sparern, wissen nur zwei, dass sie Geld verlieren, die anderen zehn haben den Kassensturz ohne die Inflation, also Teuerungsrate, gemacht. Und die Rechnung dazu geht so: Bei einem Zinssatz von durchschnittlich 0,19 Prozent minus Inflationsrate von derzeit 1,96 Prozent ist der Realzins, also das, was am Ende wirklich rauskommt, nämlich minus 1,77 Prozent. Von unseren 1.000 Euro bleiben also nach einem Jahr nur noch 982 Euro und 30 Cent übrig.

Welche Auswirkungen hat das ganz konkret beim Sparer? Das erfahren wir von der Rentnerin Ute Lieb aus Bergen-Enkheim. Sie spart, seitdem sie denken kann. Nun aber guckt sie in die Röhre: „Ich finde das ganz schlimm und ich finde das auch so, dass das eine Enteignung ist, meines Geldes. Es verpufft, es verbrennt, es ist weg.“ Für die ehemalige Kinderkrankenschwester hat die Nullzinspolitik drastische Folgen. Denn weder ihre Lebensversicherung, noch ihre Ratensparverträge spucken heute die Gewinne aus, mit denen sie eigentlich gerechnet hatte. Das sind satte 20.000 Euro weniger  -  Geld, das nun an allen Ecken und Enden fehlt.

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Allein zwischen April und Juni haben Sparer in Deutschland ganze 9,8 Millionen Euro verloren. Umgerechnet auf die Hessen sind das im Schnitt 118 Euro pro Kopf.

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Stammtisch für Paare, die über Geld reden wollen

Das wollen Marielle und Mike Schäfer ändern. Sie kommen aus Ober-Ursel, sind 30 Jahre jung und haben längst aufgehört zu sparen. Stattdessen haben sie einen Kredit aufgenommen, erklärt Marielle Schäfer: „Für uns ist es natürlich eine gute Sache, weil wir grad eben eine Wohnung gekauft haben und die Inflation dann höher ist als aktuell der Zinssatz, den wir an die Bank zahlen müssen, für den Kredit. Das heißt wir waren auch bei der Bank und haben gesagt, wir möchten so viel wie möglich Schulden aufnehmen.“ Seit sechs Wochen haben die beiden ein Baby.

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Und weil sie nicht wollen, dass der Kleine Schaden an den niedrigen Zinsen nimmt, haben sie seinen Großeltern verboten, ein Sparbuch zu schenken, erzählt Mike Schäfer: „Wir haben uns jetzt bei unserem Sohn dafür entschieden, ein Juniordepot anzulegen, das heißt, das Depot läuft auf seinen Namen, das heißt auch, dass er eine Steuererklärung abgeben muss.“ Marielle und Mike haben einen Stammtisch gegründet, den „Geld und Liebe Stammtisch Frankfurt, speziell für Paare, die über Geld reden wollen.

Beim Frankfurter Stammtisch treffen wir auch ehemalige Sparer zwischen 40 und 50. Zum Beispiel den 47-jährigen Dirk Fritze. Die niedrigen Zinsen waren für ihn wie ein Weckruf.  Er hat seine Finanzen neu aufgestellt: „Für so Schicksalsschläge, die das Leben so spielt, ist es wichtig, etwas immer in Reserve zu haben. Das, was ich langfristig nicht brauche, das ist am Aktienmarkt angelegt, das ist in einer Immobilie angelegt.“

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Das MEX-Fazit:

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat drastische Folgen für die Sparer. Ob Tagesgeld, Sparbuch oder Festgeld: sie sind keine Geldanlage, sondern schleichende Geldvernichtung!

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Autorin: Katrin Wegner

Im Video sprechen wir mit dem Börsenexperten Frank Lehmann darüber, wie man sein Geld vernünftig anlegen kann.