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zum Video Frag Schreiber – Lässt FaceApp Datenschützer alt aussehen?

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Boris Becker als Tennis-Rentner. Heidi Klum in ihren allerbesten Jahren als Golden Girl. Kritiker monieren „FaceApps“ undurchsichtige Nutzungsbedingungen. Wir fragen den IT-Sicherheitsexperten Schreiber: Sollten wir die Finger davon lassen?

Die Social Media-Kanäle vieler Stars ähnelten in diesem Sommer eher einem Altenheim. Schuld daran ist „FaceApp“,  eine Gesichtsbearbeitungs-App für Faltenfreunde. Ein Technik-Trick, der das Photo eines Gesichts scannt, darauf digitale Falten zaubert und so einen Vorgeschmack aufs Altern bietet. Der ganz digitale Blick in die eigene Zukunft.  

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zum you-fm.de Audio Deshalb steht die FaceApp in der Kritik

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Die App selbst ist auch schon recht betragt. Seit zwei Jahren geistert sie durch die großen App-Stores. In diesem Metier ein geradezu biblisches Alter, sagt der App-Experte Frank Ritter: „Dieser Effekt ist halt total verblüffend und funktioniert wirklich gut. Und weil so viele Leute und auch Promis diese Bilder in den sozialen Netzwerken,  auf Facebook, auf Twitter usw, teilen, will das mal jeder selbst ausprobieren. Und dadurch erreicht das eine Art virale Verbreitung.“

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Mit riesigem Erfolg: Vergangenen Monat wurde FaceApp allein über den „Google Play Store“ weltweit fast 52 Millionen Mal runtergeladen. Im Juni 2019 waren es noch 1,5 Millionen Downloads. (Quelle: Statista)

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Undurchsichtige Nutzungsbedingungen

Ein Grund für den Erfolg: Im Netz herrscht oft monotone Makellosigkeit, so wie bei Instagram-Star und Sängerin Miley Cyrus. Die ließ sich bisher jede Pore wegretuschieren, feiert jetzt aber fotorealistische Falten und Furchen.

Alt aussehen kann man bei dieser App allerdings auch bei den Nutzungsbedingungen. Denn die sind, vorsichtig formuliert, undurchsichtig. Einmal eingewilligt, bleiben die Photos nicht auf dem Smartphone,  sondern werden auf Server ausgelagert. Wo genau, das wissen FaceApp-Nutzer nicht. Ritter meint: „Also in den Nutzungsbedingungen der FaceApp steht ein Passus drin, dass die Firma dahinter, das ist eine russische Firma, die Bilder nach eigenem Gutdünken weiter verwenden kann. Das klingt erst einmal krass, aber viele soziale Netzwerke haben ähnliche Nutzungsbedingungen.“

Harmloser Spaß oder datenschutzrechtlicher Horror, der sogar zur Spionage taugt? Die Frage beantwortet Internetexperte Sebastian Schreiber im Video.