Zwei Männer haben im Internet Geld kassiert, ohne Waren zu liefern.

Die Coronakrise gibt Betrügern die Möglichkeit mit neuen und alten Maschen von der Sorge der Hessen zu profitieren. Wie man sich schützen kann, erklärt der IT-Sicherheitsexperte Sebastian Schreiber.

Björn Heilmann ist alleinerziehender Vater von drei Kindern. In Zeiten von Corona achtet er besonders auf die Gesundheit seiner Liebsten. Doch Atemschutzmasken etwa sind seit Wochen schwer zu kriegen: "Ich bin in die Apotheke gegangen, da waren sie ausverkauft. Und dann habe ich im Internet geschaut und mich ein bisschen kundig gemacht."

Auch auf eBay-Kleinanzeigen wird er fündig. Eine Privatperson aus der Region bietet Einwegschutzmasken an, 20 Stück für 50 Euro. Ein derzeit realistischer Preis. Björn Heilmann kontaktiert den Anbieter. Alles wirkt in Ordnung. Immerhin scheint dies kein anonymer Shop aus Fernost zu sein.

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Als es ans Bezahlen geht, bittet der Verkäufer Björn Heilmann, die Ware per PayPal zu bezahlen. Mit der Funktion "Freunde und Familie“: "Ich nutze PayPal sehr oft bei fremden Käufen. Meistens sind das ja Firmen. Und dieses über eBay-Kleinanzeigen „Freunde und Bekannte“ mache ich halt, um einfach und schnell zu bezahlen zu können."

Ein Passant posiert mit einer Behelfsmaske auf der Hohe Straße. Köln,

Gedacht ist diese Option etwa zum Zurückzahlen geteilter Rechnungen bei einem Restaurantbesuch im Freundeskreis. Vorteil: Es fallen keine Gebühren an. Björn Heilmann zahlt. 150 Euro für 60 Einwegmasken. Doch einen Tag später bekommt er eine Nachricht von eBay-Kleinanzeigen: "Der Zugang des Nutzers, mit dem du Kontakt hattest, wurde vorübergehend durch uns eingeschränkt." Der vermeintliche Verkäufer soll gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen – zum Beispiel Ware nicht geliefert haben.

Das Geld ist weg

Noch ärgerlicher: Weil Björn Heilmann bei PayPal mit der Option "Freunde und Familie" gezahlt hat, greift noch nicht einmal der Käuferschutz...150 Euro für die Schutzmasken sind weg! Bei der Polizei warnt man bereits länger vor sog. Fake-Shops, die mit der Corona-Krise Kasse machen. Nadine Berneis, LKA Kriminalprävention, sagt: "Die Täter sind immer am Puls der Zeit, kann man sagen. Und die nutzen natürlich die momentanen Unsicherheiten und Ängste der Bevölkerung ganz klar aus. Also es gibt verschiedene Fälle in den verschiedensten Deliktbereichen, die jetzt einfach in Bezug auf Corona abgewandelt werden."

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Ein Beispiel dafür: der Online-Shop „Pharmacy First“. Im Angebot sind Atemschutzmasken namhafter Hersteller. Die Seite ist hochwertig gestaltet und wirkt seriös. Wir versuchen etwas zu bestellen, doch auch hier wird es beim Bezahlen kompliziert: Wir sollen in BitCoins zahlen. Das erscheint uns unseriös. Wir brechen ab und kontaktieren den vermeintlichen Betreiber, der im Impressum steht.

Am Telefon teilt er uns mit, dass er mit dem Online-Shop nichts zu tun habe. Sein Name und seine Adresse wurden für diesen Fake-Shop missbraucht, ein Interview will er uns nicht geben. Das zuständige Landeskriminalamt teilt uns mit, dass die Betrüger und der Provider der Seite im Ausland sitzen. Eine Strafverfolgung von Deutschland aus, sei daher ziemlich aussichtslos.

Trotzdem hat Björn Heilmann den Corona-Betrüger bei der Polizei angezeigt. Doch wie hoch ist die Chance überhaupt, dass Betrugsopfer ihr Geld jemals wieder  bekommen?

Wie man sich schützen kann, erklärt der IT-Experte Sebastian Schreiber im beigefügten Video.