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zum Video Frag Schreiber – Wozu KI in der Kantine?

Eine Roboter-Hand und die Hand eines Menschen greifen ineinander

Wer kennt das nicht, die lange Schlange in der Kantine. Das Bezahlen dauert - moderne KI soll mit Hilfe einer Kamera Abhilfe schaffen und das Essen schnell erfassen. Wie findet der IT-Experte Sebastian Schreiber die Idee?

12 Uhr mittags, Kantinen-Hochbetrieb an einem Technologie-Institut. Wie in anderen Kantinen auch gibt es hier Warteschlangen beim Bezahlen, wenn alles erfasst und eingetippt werden muss. Unter den Gästen tummeln sich zwei junge Wissenschaftler rum, die hier nicht nur Mittagspause machen, sondern die Kantinen-Realität mit verbessern wollen - mit ihrer Vision der "schnellen Kantine der Zukunft".

In dieser Zukunft schiebt man das volle Tablett unter eine Kamera, die sieht alles was darauf ist und eine spezielle Software erkennt sofort: Spagetti, Salat, Apfel, Getränkedose. Felix Schweikhardt, Wirtschaftsingenieur, sagt: "Die Idee, Kantinenessen optisch zu erfassen, ist tatsächlich entstanden, als wir selber zu lange in der Mensa in der Schlange standen. Und dann war der erste Schritt zu testen: Ist es technisch möglich auf der einen Seite und auf der anderen Seite: Ist der Markt da? Und als wir das erkannt haben, haben wir das Unternehmen gegründet."

Sind Warteschlangen bald Geschichte

In ihrem Start-Up-Unternehmen haben sie ein Bilderkennungsprogramm auf der Basis Künstlicher Intelligenz entwickelt. Das erkennt Merkmale wie Form, Größe oder Farbe der Speisen und Getränke, unterscheidet diese und ordnet sie entsprechend zu. Und egal, wo etwas auf dem Tablett platziert ist, die KI-Software schafft es, alles darauf zu identifizieren.

Das Essen- und Getränkeerkennen geschieht in Echtzeit. Gibt es ein neues Gericht auf der Kantinen-Karte können sie die Software schnell trainieren, die Datenbank entsprechend erweitern. Es ist ein einfach zu bedienendes System, das den Kassiervorgang so schnell macht, dass Warteschlangen beim Bezahlen bald der Vergangenheit angehören könnten.

Auch eines der bekanntesten Kantinen-Probleme haben sie gelöst, wenn Salat nicht nur erkannt, sondern auch berechnet werden muss, sagt Schweikhardt: "Das ist ein Problem, was wir auch durch Bilderkennung lösen können. Der Kunde nimmt sein Tablett, stellt es ganz normal auf die Waage, unser Algorithmus erkennt: Da ist ein Salat, bittet den Gast es anzuheben. Und über das Negativgewicht können wir dann den Preis bestimmen vom Salat."

Gleiches Essen, aber schneller  

Die größte Herausforderung auch in Hessens Kantinen bleibt aber nach wie vor der Stau an den Kassen. Eine Situation, die auch hier rund um die Mittagszeit dazu gehört, denn täglich gehen bis zu 2.000 Mahlzeiten über die Ausgabetheken und müssen bezahlt werden.

Daher ist man gerne bereit für die Zukunft, wie der der Leiter des Caterings, Helmut Kirchner, unterstreicht: "Wenn wir das optische Erfassungssystem bei uns einsetzen würden, dann hätten wir eine Optimierung für die Mitarbeiter an der Kasse, die dann für andere Aufgaben zur Verfügung stehen würden. Die Gäste wären aufgrund des schnelleren Prozesses schneller am Tisch und könnten das Essen schneller genießen.“

In wenigen Monaten soll das neue Bilderfassungssystem erstmals im harten Kantinen-Alltag zum Einsatz kommen. Dann werden die Gerichte zwar noch dieselben sein, die Ära der Warteschlangen ist dann aber wohl vorbei, dank künstlicher Intelligenz.

Wie der IT-Fachmann Sebastian Schreiber die Idee findet, sehen Sie im Video!