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zum Video Frag Tenhagen – Deutsche Bank: Einmal Weltspitze und zurück?

Zentrale und Logo der Deutschen Bank spiegeln sich in einer Glasfassade im Frankfurter Bankenviertel.

Deutsche Bank und die deutsche Wirtschaft. Das war viele Jahrzehnte eine Erfolgs-Story. Das hat sich geändert: Die Aktie ist abgestürzt, Skandale haben das Geldhaus erschüttert. Wie die Zukunft aussehen könnte, erklärt Hermann-Josef Tenhagen.

Ob Wirtschaftswunder oder der Aufstieg zum Exportweltmeister: Ohne die Deutsche Bank gar nicht vorstellbar, weißBankenexperte Prof. Jan Pieter Krahnen. Die Geschichte beginnt mit Alfred Herrhausen. Ende der 80er verkündet der damalige Chef eine ganz neue Strategie, weiß Krahnen: "Wir wollen eine global aufgestellte internationale Investmentbank und integriert in eine Geschäftsbank werden. Und das ist ein Vision, die dann in den Folgejahren umgesetzt wurde. Man kann ihn dafür sicherlich nicht verantwortlich machen, was dann passiert ist. Aber er hat sicherlich die Fahne in diese Richtung gesetzt und nachher ist man in diese Richtung gegangen."

Für die Deutsche Bank endete dieser Weg in der Sackgasse. Der große Wendepunkt war die Finanzkrise 2008. Die stecken Banken im Ausland viel besser weg als in Deutschland, meint Krahnen: "In der Finanzkrise stürzen, wenn man so will, beide ab. Und nach der Finanzkrise geht die eine Gruppe wieder nach oben, und die Deutsche Bank fällt kontinuierlich weiter nach unten. Im Grunde bis ins letzte Jahr hinein."

Neue Konkurrenz aus der Online-Welt

Vor allem die internationale Konkurrenz zeigt, wie es für Großbanken nach so einer Krise wieder aufwärts geht, so Krahnen: "Vor allen Dingen die angelsächsischen, aber auch andere europäische Banken haben viel stärker eine staatliche Unterstützung in der Krise erhalten. Die Deutsche Bank hat das immer abgelehnt und hat in dem Sinne direkt nie eine Unterstützung bekommen. Und das hat sie natürlich dann im Nachgang der Krise einfach auch relativ schwächer gemacht."

Doch was bringt die Zukunft? Geschäftsbanken wie Deutsche oder Commerzbank kämpfen traditionell um Marktanteile mit Genossenschaftsbanken, also Volks- und Raiffeisenbanken sowie mit den Sparkassen. Hinzu kommen jetzt noch neue Finanzunternehmen aus der Onlinewelt.  

Beim modernen Banking sind viele Filialen überflüssig, weniger Bankberater werden gebraucht. Und der Trend "Online-Banking" ist noch lange nicht vorbei, sagt Prof. Andreas Hackethal, Bankenexperte: "Das heißt, es ist gar nicht so sehr die Frage, ob die Deutsche-Bank-Filialen abbauen will, sondern sie muss es im Zweifelsfall. Das heißt: In dem Moment, wo Kunden zunehmend auf mobile setzen, wird es auch weit weniger Filialen und dementsprechend auch weniger Personal geben."

Wird bald wieder Geld verdient?   

Die Folge: Die Deutsche Bank baut sich gerade selbst um – unter einem gemeinsamen Dach gibt es dann vier Einheiten: Die Geschäfte mit Privatkunden und Unternehmen sollen in Zukunft wachsen wie auch die Vermögensverwaltung.
Dagegen soll das risikoreiche Investmentbanking, der einstige Heilsbringer, schrumpfen. Alles mit dem Ziel, in Zukunft wieder Geld zu verdienen statt neuer Verluste.

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Das Mex-Fazit:

Kosten einsparen ist das Eine, ein Geschäftskonzept für die Zukunft umsetzen was komplett anderes.

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Im Video erklärt der Finanzexperte Hermann Josef Tenhagen, wie er die Zukunft von Coba und Deutscher Bank einschätzt.