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zum Video Frag Tenhagen: Rendite machen trotz Nullzinsen

Personen halten ein Sparschwein in der Hand

In der 60ern war der Weltspartag noch ein Ereignis. Da wurde das Geld auf der Bank von ganz alleine mehr, das haben schon die Kinder gelernt. Und heute? Wir fragen den Finanzexperten Tenhagen, wie man in Nullzins-Zeiten das Geld anlegen sollte.

Mex besucht Familie Payer aus Gießen. Die Töchter Emma und Liese wachsen in einer Welt der Nullzinsen auf. Die Folgen der dauerhaften Mini-Zinsen berechnet  wir für die Familienkasse: Vom Sparbuch, über den Hauskredit bis zur Lebensversicherung.

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Auf dem Sparbuch bekommt Emma bis zum 18. Geburtstag gerade mal 1,20 Euro für die 3.000 Euro - in vier Jahren! Zum Vergleich: 2008 gab es noch 2,1 Prozent, aktuell 0,01 Prozent. Das sind 260 Euro weniger fürs Ersparte. Sparen und Zinsen kassieren – das ist hier im Kinderzimmer kein großes Thema mehr. 

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Welchen Stellenwert Sparen mal hatte, sehen wir bei Mutter Katrin: Zur Geburt 1975 gab es ein Sparbuch mit 5,5 Prozent. Die nächste Generation muss also umdenken. 

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Und das bleibt noch lange so, sagt Professor Andreas Hackethal von der Goethe-Uni. Der Finanzexperte schwört die Sparer auf harte Zeiten ein: „Dass die Zinsen steigen ist sehr unwahrscheinlich. Aber dass sie weiter fallen, das ist sehr wohl möglich.  Was man  aufgeben muss, ist, dass dann der Zinseszins Effekt entsteht und dass dadurch wirklich ein größeres Vermögen zustande kommt.“

„Verwahrentgelt“ droht

Und für uns Sparer kann es in Zukunft noch schlimmer kommen. Mex besucht die Kreissparkasse Gelnhausen. Wie allen Banken leiden sie auch hier unter den niedrigen Zinsen und zahlen jeden Monat Negativzinsen an die Europäische Zentralbank.

Irgendwann könnte für Sparkassen-Chef Horst Wanik der Zeitpunkt kommen, dass er sogar Negativzinsen für Guthaben verlangen muss. Als so genanntes Verwahr-Entgelt: „Für mich als Sparkässler, der seit 43 Jahren Sparkasse lebt und Sparkasse liebt, hätte ich mir nie vorstellen können, dass wir jemals in so eine Situation kommen können. Dass wir darüber nachdenken müssen, dass wir unsere Sparer mit dem Thema der Einführung eines Verwahr-Entgeltes unter Umständen einmal konfrontieren müssen.“

Doch wer Kredite hat, für den ist die neue Zinswelt ein Segen. Matthias Payer braucht noch eine Anschlussfinanzierung für sein Haus über 100.000 Euro. Der letzte  Haus-Kredit sorgt nicht mehr für schlaflose Nächte, im Gegenteil: Er kann sich bequem zurücklehnen und die Sache auf sich zukommen lassen.

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Und dafür hat der Familienvater allen Grund: Beim Hauskauf 2007 lag der Kreditzins bei 5,1 Prozent, auch künftig locken wie jetzt 0,5 Prozent. Die Ersparnis: 26.300 Euro in den nächsten 10 Jahren beim 100.000 Euro-Kredit.

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Lebensversicherungen lohnen nicht

Mit der Freude ist es schnell vorbei beim Blick auf die Lebensversicherung. Wenn die  2035 ausbezahlt wird, wollen die Payers immer noch auf ihrem Bänkchen sitzen.  Was am Ende rauskommt für die monatlich 100 Euro, wird immer deutlicher: Statt 4,4 Prozent mit Überschussbeteiligung bleibt nur der Garantiezins von 2,8 Prozent. Das bedeutet, es sind 20.200 Euro weniger als beim Abschluss 2004 erhofft. Die neue Zinswelt macht die Familie also gleichzeitig zu Gewinnern und Verlieren.

Im Video erklärt der Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen,  was man machen soll, wenn man Geld zurücklegen will.