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zum Video Frag Valet - welche gesundheitlichen Folgen Palmöl haben kann

Palmöl kann gesundheitsschädlich sein

Palmöl ist die "Allzweckwaffe" der Lebensmittelindustrie und ist in vielen Produkten enthalten. Wie gefährlich es für den Verbraucher werden kann, erklärt Ernährungsexperte Armin Valet.

Kinder lieben Salami, Kekse und Schokolade doch in diesen Produkten ist oft Palmöl enthalten. Es ist die Allzweckwaffe der Lebensmittelindustrie: Das Öl macht unter anderem Schokocreme streichzart - und es ist auch noch billig. 

Gefährliche Stoffe bei Palmöl-Herstellung

Doch zu viel Palmöl kann gefährlich werden: Experten der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA warnen vor möglichen gesundheitlichen Folgen von 3-MCPD - einem Stoff, der bei der Herstellung von Palmöl entstehen kann.  Doch welche Gefahren drohen uns Verbrauchern? Studien dazu fehlen. Die Stoffe zählen zur Gruppe der sogenannten Fettsäureester. Sie können sich bei Ernte und Verarbeitung von Palmfrüchten bilden und gelangen dann in der Nahrung.

Auch in Babymilch ist fast immer Palmöl enthalten. Wie viel genau, können Verbraucher anhand der Verpackung nicht erkennen. Um zu ermitteln, wie es mit dem 3-MCPD-Gehahlt aussieht, machen wir eine Stichprobe. Insgesamt neun Packungen von drei Herstellern lassen wir dafür von einem spezialisierten Labor untersuchen. Das Ergebnis: Alle Proben bleiben unterhalb dem Wert, den Experten für unbedenklich halten - eine davon allerdings nur knapp. Alfonso Lampen vom Bundesinstitut für Risikobewertung. bewertet das Ergebnis unserer Stichprobe so:" Das ist eigentlich eine gute Nachricht für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die weniger gute ist, dass es natürlich immer noch Proben gibt, die über einen TDI-Wert kommen".

Ein drei Monate alter Säugling kommt mit einer unserer Proben über den TDI – den empfohlenem Tageshöchstwert - wenn er zum Beispiel nur ein Fläschchen mehr am Tag trinkt. Das Problem ist, dass Kinder leicht zu viel 3-MCPD aufnehmen. Verbraucherschützer haben Hersteller gebeten, die 3-MCPD-Menge in ihren Produkten zu nennen. Aus den Angaben haben sie Modellrechnungen erstellt und festgestellt, dass Kinder schnell über diese empfohlene Aufnahmemenge hinauskommen.

Verbraucherschützer fordern gesetzliche Vorgaben

Und diese Aufnahmemenge ist schnell erreicht: Eine Backerbsensuppe, Kekse und etwas Schokolade - so viel kann ein 5-jähriges Kind durchaus essen. Für Eltern bleibt allerdings das Problem, dass auf den Verpackungen nichts von "3-MCPD“ steht. Verbraucherschützerin Daniela Krehl sieht deshalb die Politik in der Pflicht. Es müsse gesetzliche Vorgaben geben, findet sie.

Immerhin: In Brüssel ist ein verbindlicher Grenzwert zumindest in Planung. Wer sein Risiko minimieren will, sollte nicht zu oft bei verarbeiteten Lebensmitteln zugreifen.

Wie gefährlich Palmöl in hohen Mengen für den Verbraucher werden kann, erklärt Ernährungsexperte Armin Valet im Studiogespräch mit Moderatorin Claudia Schick.