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zum Video Frag Valet - Welche Verhältnisse herrschen in Schlachtbetrieben?

Im Kühlraum eines Schlachthofs hängen Rinderhälften für die Verladung bereit.

Die Fleischproduktion steht still. Der Schlachthof Vion in Schleswig-Holstein hat außerplanmäßige Betriebsferien angeordnet. 51 Mitarbeiter haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Was sagen diese Fälle über die Arbeitsbedingungen? Wir fragen Armin Valet.

49 der Infizierten leben gemeinsam in einer Unterkunft. Die Unterkünfte von Mitarbeitern der Fleischindustrie sind seit Jahren ein Thema. Mit mangelhafter Hygiene und beengten Lebenssituationen, nicht nur bei Vion, befassen sich auch Anja Halbritter und ihr Helferkreis.

Sie führen die hohe Anzahl an Infizierten auf die enge Wohnsituation der Mitarbeiter zurück: "Wenn man die Abstandsregelung nicht einhalten kann. Man wohnt beengt, man fährt zusammen zur Arbeit. Man sitzt eng zusammen. Wie das bei der Arbeit geregelt ist, weiß ich nicht. Es werden überall Schutzmaßnahmen ergriffen. Sicherlich auch Hygienemaßnahmen aber man sieht ja das Ergebnis."

Vion betont, dass für die Wohnsituation ein Subunternehmer verantwortlich sei, über den die Mitarbeiter beschäftigt werden. Heinz Schweer, der Direktor Landwirtschaft Vion, sagt: "Das ist nicht unsere Aufgabe. Sie können mich jetzt fünfmal fragen: Das ist Aufgabe des Subunternehmers. Wir müssen mit den Subunternehmern vereinbaren, dass die ordentlichen Standards der Unterkunft gewährleistet sind, und dass sie überprüft werden können. Wir würden gegen das Gesetz verstoßen, wenn wir da jetzt reingehen würden, um das zu überprüfen."

Im Video erklärt der Verbraucherschützer Armin Valet, was diese Corona-Fälle über die Arbeitsbedingungen sagen.