Lebensmittelverschwendung

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Alltag in Deutschland: Statt auf dem Teller landen Lebensmittel direkt im Müll. Was der Supermarkt nicht verkauft, kommt in die Tonne. Wir fragen den Verbraucherschützer Armin Valet: Wer ist verantwortlich dafür, dass so viele Lebensmittel weggeschmissen werden?

Wir sind mit versteckter Kamera unterwegs. Zuerst besuchen wir den Selbstbedienungsbereich eines Discounters. Das Prinzip: Lassen Kunden Backwaren liegen, kommt bald ein Mitarbeiter. In einem anderen Geschäft fragen wir kurz vor Ladenschluss, was mit der übrig gebliebenen Ware passiert. Die Antwort: Alles werde weggeworfen.  

Wir sind beim WWF Deutschland, der vor einiger Zeit eine ausführliche Studie zur Verschwendung von Backwaren veröffentlicht hat. Tanja Draeger de Teran vom WWF sagt: „Wenn Bäckereien Brot und Backwaren weitergeben möchten, müssen sie zahlreiche Vorschriften beachten. Das kostet Zeit und ist mit einem hohen Aufwand verbunden, so dass so manche Bäckerei vielleicht den einfacheren Weg geht und ihre Ware in der Tonne verschwinden lassen.“

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Lebensmittel im Müll

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Ganz anders in Frankreich. Hier ist es sogar Pflicht, Lebensmittel vor dem Mülleimer zu bewahren. Denn seit zwei Jahren gibt es bei unseren Nachbarn ein Gesetz, das dem Handel verbietet, noch genießbare Lebensmittel wegzuwerfen. Die Lebensmittel landen also nicht im Mülleimer, sondern beispielsweise bei einer Tafel.

Das BMEL entwickelt eine Strategie

Kürzlich hat sich auch die deutsche Bundesregierung verpflichtet, die Lebensmittelverschwendung zu halbieren bis 2030 - aber freiwillig. Konkrete Maßnahmen für Hersteller und Handel gibt es daher nicht. Auf unsere Nachfrage hin heißt es aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, kurz BMEL:

„Das Ziel … kann nur erreicht werden kann, wenn alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette mitmachen. Gemeinsam mit ihnen … wird das BMEL eine Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung entwickeln.“

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In der Praxis heißt das erst mal weiter machen wie bisher. Doch es gibt Lichtblicke in Deutschland: Eine mittelständische Supermarktkette etwa hat für ihre 10 Filialen ein eigenes Foodsharing-Projekt freiwilliges entwickelt. Das Prinzip: Hinter den Kassen wurde eine Box mit Regal und Kühlschrank installiert. Dort werden nun Lebensmittel hineingelegt, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist. Die Kunden können die Produkte dann kostenlos mitnehmen.

Ralph Ulbricht, vom AEZ Amper-Einkaufs-Zentrum sagt: „Wir sind froh, dass wir genießbare Lebensmittel nicht mehr in die Tonne schmeißen, sondern dem Kunden einfach weitergeben.“ Allerdings ist dieses Foodsharing-Projekt noch eine Ausnahme. Industrie, Einzelhandel und Kunden sind nun gefordert.

Im Video erklärt uns Armin Valet von der Verbraucherzentrale, warum so viele Lebensmittel im Müll landen.