Video

zum Video Frag Valet – Salatgurke, bitte ohne Plastikfolie

eingeschweißte Salatgurken

Die Wahl der Hessen ist klar: Sie bevorzugen Salatgurken ohne Plastikfolie. Aldi und Rewe schwenken deshalb um, aber Lidl will bei der Plastikhülle bleiben. Ob das eine gute Idee ist, weiß der Verbraucherschützer Armin Valet.

Lidl behauptet jedenfalls: Durch Plastikfolieneinsatz wird weniger weggeschmissen. Stimmt das? Wir fahren zunächst zu Rewe in Karben. Mit einer fetten Werbekampagne wirbt Rewe damit, bei Gemüse immer weniger Plastikverpackungen einzusetzen. Die Salatgurke gibt es hier nur noch ohne Plastikhülle. Auch Aldi setzt ein umweltfreundliches Ausrufezeichen. In Mehrwegtransportkisten werden die Gurken ohne Plastik seit April angeboten. Ob Bio oder Konventionell: Plastikgurken sucht man hier vergebens.  So will Aldi bei der Gurke jährlich 120 Tonnen Plastikmüll vermeiden. Jahrzehntelang war es nicht möglich, auf Plastikfolien bei Obst und Gemüse zu verzichten. Was hat sich geändert?

Der erste Grund sind neue Verpackungstechniken und Kennzeichnungsmöglichkeiten wie „Natural Branding“. Dabei wird mit Hilfe von Lasern die Schale als Bioware gekennzeichnet. 

Videobeitrag

Video

zum Video Müll-Report - wie Laser auf Obst und Gemüse Plastikmüll vermeidet

Gemüse in Plastik verpackt und ohne Plastik im Supermarkt
Ende des Videobeitrags

Der zweite Grund ist eine gestraffte Lieferkette. Das bedeutet konkret: Bisher wurde die Gurke in Spanien geerntet und anschließend in Plastikfolie verpackt, denn auf dem Transport nach Deutschland kamen die Gurken bislang in ein Zwischenlager. Dafür mussten sie länger halten. Auf dieses Zwischenlager verzichtet Aldi nun. Die Plastikfolie wird deshalb überflüssig, die Gurken werden direkt und wesentlich schneller nach Deutschland geliefert.

Längere Reise in der Plastikfolie 

Diese neuen Wege geht Konkurrent Lidl nicht. Hier setzt man  weiter auf die Gurke in Plastikfolie. Das Argument lautet, durch den Einsatz der Folie würden weniger Gurken weggeschmissen:

Videobeitrag

Video

zum Video Platik-Streit - Wo die Gurke ohne Folie verkauft wird

eingeschweißte Salatgurken
Ende des Videobeitrags

„Sie sorgen für die Transportfähigkeit und Frische, beugen beispielsweise Wasserverlust vor, machen Lebensmittel länger haltbar und reduzieren so Lebensmittelverluste.“

Ist der Plastikeinsatz also nötig, um Salatgurken frisch auf den Tisch in Hessen zu bekommen? Der Gemüsegroßhändler Peter Grundhöfer in Frankfurt soll uns diese Frage beantworten. Grundhöfer beliefert Supermarktketten und Discounter. Neben plastikfreien Gurken aus Holland hat er Gurken in Folie aus Spanien im Angebot. Sie sind mindestens 3 Tage länger unterwegs als die Konkurrenz aus dem Nachbarland „ ...und hier ist die Haltbarkeit halt mehr gewährleistet, das bedeutet, wenn ich diese Gurken ohne Folie importiere, muss sie schneller verkaufen.“

Videobeitrag

Video

zum Video Obst ohne Plastik – Verpackungen werden überflüssig

Obst
Ende des Videobeitrags

Da seine Kunden mittlerweile zu 80 Prozent  Gurken ohne Plastikhülle ordern, bedeutet dies, „…dass wir noch genauer disponieren müssen, und noch genauer mit unseren Produzenten absprechen müssen, wie viele Gurken wann geerntet werden, damit keine Zeit verloren geht.“

Aus Transport-Sicht kann also mit entsprechenden Umstellungen in der Lieferkette problemlos auf Plastikhüllen verzichtet werden. Doch unverpacktes Gemüse ist empfindlich. Das Wühlen der Kunden nach der schönsten Gurke in den Tiefen des Kartons führt zu Beschädigungen. Was nicht mehr schön aussieht, kann auch nicht mehr verkauft werden.

Im Video erfahren wir von Armin Valet, Experte bei der Verbraucherzentrale, was für und was gegen die Plastikfolie spricht.