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zum Video Garten-Zeit - Welchen Siegeln sie im Baumarkt vertrauen können

Rasenmäher

Im Baumarkt sieht man sie in fast jeder Ecke: Testsiegel. Auf Farbe, Blumenerde oder Rasenmäher. mex will herausfinden, welche Siegel im Baumarkt etwas taugen - und welche nicht.

Mex in Bad Vilbel im Bauzentrum Maeusel: 2.500 kaufwillige Kunden täglich, 65.000 Artikel, davon rund 40 Prozent mit Siegeln auf der Packung. So lautet das Ergebnis unserer Vor-Ort-Stichprobe, zusammen ausbaldowert mit Siegel-Experte Jürgen Stellpflug: „In Deutschland gibt es ungefähr 700 bis 800 verschiedene Siegel (…) Das Problem ist, (…) man weiß nicht wie geprüft wird man weiß nicht was geprüft wird ja man weiß nicht mal ob überhaupt irgendwas getestet worden ist.“

Immerhin 80 Prozent der Deutschen vertrauen beispielsweise dem Siegel der Stiftung Warentest. Und laut einer aktuellen Studie bevorzugen sogar 60 Prozent der befragten Verbraucher Produkte mit Testsiegeln. Bloß welche Siegel gibt es denn so alles im Baumarkt? Schauen wir mal genauer hin – neben den Klassikern Öko-Test und Stiftung Warentest haben wir vor allem diese Label recht oft entdeckt: Deutschland-Test hier. Testbild da. Und ja, auch das da: das „Selbst ist der Mann“-Siegel… doch wie gut testen diese Label – und nach welchen Kriterien?

Keine gesetzliche Mindestanforderung

Testmagazin mitsamt Siegel kennt auch Jürgen Stellpflug. Der schaut mit uns auf seinen Laptop in einen Rasenmäher-Test: „Zunächst ganz positiv: Wenn ich das Heft in die Hand kriege dann sehe ich das ist von einem Institut gemacht worden, vom TÜV-Rheinland würde dieser Praxis Test durchgeführt. (…) Was ich nicht erfahre ist: Wie sind denn die Bewertungen überhaupt zustande gekommen? Sehen wir hier mal Handhabung des Fangkorbes: Hier kriegt jemand 5 + Zeichen, hier kriegt jemand 6 + Zeichen.“

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  • Achtung: Label auf Basis von Umfragen sind keine Produkttests, sondern in der Regel Erfahrungsberichte.
  • Deshalb hinschauen: Testsiegel haben Noten. Kundenmeinungen oder Selbsttests  erkennen Sie an Sternen oder anderen Symbolen.
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Außerdem fehlt ihm ein Schadstoff-Test. 100prozentige Transparenz sieht anders aus, so Stellpflug. Immerhin: Die Zeitschrift verdient kein Geld mit Label-Lizenzen – sondern es geht allein um Markenstärkung. Hinter „Selbst ist der Mann“ steht die Bauer Media Group. Auch andere Medienunternehmen haben den Siegelmarkt für sich entdeckt. Weil prinzipiell jeder Label kreieren und verkaufen kann, ohne gesetzliche Test-Mindestanforderung.

Die meisten Label-Vergeber erklären immerhin Online, nach welchen selbst auferlegten Maßstäben sie Produkte testen beziehungsweise bewerten.

Was macht ein gutes Test-Siegel im Baumarkt aus?

Tests mitsamt Siegel für Verbraucher sollten im Idealfall objektiv und sachkundig sein. Das schaffen aber die Wenigsten, so Stellpflug. Denn nicht jeder halte sich an die sog. „Regeln des guten Testens“. Und das heißt genau? Stellpflug erklärt: „Diese Regeln sind eine Selbstverpflichtung und die haben vier Institutionen von den hunderten Institutionen und Test-Veranstaltern unterschrieben: Das ist der ADAC,  das ist die Stiftung Warentest, das ist Ökotest und das ist CT, eine Computerzeitschrift. (…) man kann jetzt sagen:  Wenn die anderen das nicht unterschrieben haben das wird schon einen Grund haben.“

Die Bilanz unserer Recherche: Viele Siegel-Vergeber sehen sich als Dienstleister der Verbraucher – und habenwirtschaftliche Interessen. Brauchbare Siegel im Baumarkt können Kunden trotzdem finden.

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Das mex-Fazit:

Stiftung Waren- oder Öko-Test nehmen Produkte weites gehend unabhängig und transparent unter die Lupe. Das gilt meist auch für Siegel-Vergeber, die mit Prüfinstituten wie dem TÜV zusammen arbeiten.

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Autor: Holger Barthel