Essen, trinken, schlemmen im Freien liegt im Trend - nicht nur im Sommer.

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Über 30 Grad - die Sonne scheint. Die Hessen essen, trinken und schlemmen am liebsten draußen. Die ersten Gastronomen denken um und bieten ihren Gästen teils nur noch Außenplätze an. mex will wissen, was Gastronomen bei dem sonnigen Wetter antreibt.

Zuhause das "Urlaubsfeeling" genießen

Die Ausflugslokale sind auf Außen-Gastronomie spezialisiert, wie zum Beispiel der Hof Gimbach im Taunus. Hunderte große und kleine Gäste kommen hier jede Woche her, sei es um die frische Luft, oder um auch Zuhause das "Urlaubsfeeling" zu genießen.

Die Nachfrage nach Plätzen im Freien steigt

In den vergangenen Jahren mussten Margarete Schiela und ihre Enkelin Christina Wittekind viele Gäste wegschicken weil einfach kein Platz mehr war. Das ist ab diesem Sommer anders. Im Außenbereich wurden 40 Prozent mehr Plätze geschaffen. Die neuen Plätze sind als Sonderregelung Plätze mit Selbstbedienung. Auch eine Flammkuchenhütte ist jetzt dazugekommen. Insgesamt stellen die Wirtinnen fest, dass sich etwas verändert hat. Nicht nur im Sommer sitzen die Leute gern draußen, denn selbst im Oktober oder November gibt es eine Nachfrage nach Außenplätzen - früher undenkbar.

Cafés und Restaurants rüsten auf

Das Leben bei dem sonnigen Wetter findet draußen statt und die Gastronomie breitet sich immer weiter nach draußen aus. Alle Bars haben mittlerweile Außenbereiche. Sei es mit Stühlen oder auch nur mit Stehbereichen. Ein Trend, den auch die Stadt Frankfurt registriert. "Die Entwicklungen des städtischen "Urban Lifestyles" und somit eine Verlagerung des gemeinschaftlichen öffentlichen Lebens nach draußen - nach dem Vorbild anderer europäischen Großstädte - spiegelt sich auch an der Zahl der genehmigten Außengastronomien wider", erklärt die Stadt.

Immer mehr Plätze im Außenbereich in der Gastronomie.
Immer mehr Plätze im Außenbereich in der Gastronomie Bild © hr

Allein in den letzten zwei Jahren ist die Anzahl der Außengastronomien in Frankfurt so um rund neun Prozent gestiegen. Und auch in anderen hessischen Städten ist dieser Trend zu erkennen. So ist die Anzahl zum Beispiel in Fulda in den letzten zehn Jahren um rund 30 Prozent gestiegen. 

Einige Gastronomen verzichten ganz auf Innenplätze

Manche Gastronomen gehen noch einen Schritt weiter und verzichten komplett auf Sitzplätze im Innenbereich. So kalkuliert zum Beispiel das neu eröffnete Monza in Frankfurt Sachsenhausen mit weniger Miete für Innenplätze, dafür aber ausschließlich Sitzgelegenheiten im Außenbereich. Marco Siciliano und Raphael Banzhaf bringen so ein Stück Italien nach Frankfurt. "Ich bin mitten im Leben und sehe was auf der Schweizer Straße um mich herum passiert. Das ist viel geselliger. Deswegen ist es auch für uns eine ganz tolle Chance hier das Italien-Thema nach draußen zu verlagern". Bei den Kunden kommen solche Lokalitäten, in denen man nur draußen sitzen kann, gut an.

"Urlaubsfeeling" gibt es auch bei Purple Acai in der Frankfurter Innenstadt. Niels Knöchelmann bietet das brasilianische Trendgericht "Acai Bowl" an - auch hier: nur mit Sitzplätzen draußen. Für den Gastronom ein echter Wirtschaftsfaktor." Wenn man sich drinnen setzen kann, dann ist man dazu eingeladen, noch länger zu bleiben. Wenn man draußen sitzt dann geht man eher noch mal woanders hin. Dadurch werden die Sitzplätze wieder frei - und man hat wieder neue Sitzplätze für neue Kunden."

Der Trend geht über die klassische Gastronomie hinaus

Mittlerweile bieten auch Kioskbesitzer Sitzgelegenheiten im Freien an. Einer von ihnen ist Pierre Skolik. Er betreibt das Wasserhäuschen "Snack FM" in Frankfurt. Vor seinem Kiosk stehen Stühle und Tische. Regelmäßig gibt es hier sogar richtige Events. "Das Besondere ist einfach, dass wir zusammen grillen, manchmal Feste machen, Dart spielen oder knobeln. Halt alles was man an diesem kleinen Platz machen kann.", erklärt der Kioskbesitzer. Der Trend, das Leben nach draußen zu verlagern, ist längst auch bei den kleinsten Kiosken angekommen.    

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Das mex-Fazit:

"Italienfeeling" in Hessen - immer mehr Stühle, Tische und Bänke vor Ausflugslokalen, Cafés, Restaurants und Kiosken. Und das immer länger.

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Ein Beitrag von Naïma Kunze