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Die Sonne scheint. Absolutes Grillwetter. Doch was wird gegrillt? Schweinefleisch ist out - Hühnchen und Pute sind in. mex will wissen: Weniger Schwein, mehr Rind und Geflügel. Wie sieht der Fleischwandel auf Hessens Grills aus?

mex besucht die Kleingartenlage Rosisten in Frankfurt-Sachsenhausen. Jetzt im Sommer wird hier besonders gern gegrillt. Rund 60 Kilogramm Fleisch isst ein Deutscher im Jahr. Auch Horst Naßhan grillt bei diesen Temperaturen oft. Früher landete auf seinem Grill Schwein - heute mehr Rind und Geflügel: „Hühnchen ist besser verträglich. Wenn sie Schweinefleisch essen oder irgendetwas, dann haben sie das Gefühl, sie haben viel gegessen. Wenn sie Hühnchen essen oder Pute oder Rind, dann haben sie nicht das Gefühl als wenn sie richtig satt sind, sondern sie haben das Gefühl: Ich hab kein Hunger mehr.

Immer mehr Geflügel und Rind. Das ist nicht nur bei ihm so. Denn in den letzen 10 Jahren ist der pro-Kopf-Verzehr von Geflügelfleisch enorm gestiegen.

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Von 11 Kilogramm pro Person auf gut 13 Kilo pro Jahr – ein Plus von fast 20 Prozent. Und auch Rind wird immer beliebter. Hier ein Anstieg von immerhin 13 Prozent. Nur das Schwein ist nicht mehr so beliebt. Knapp 40 Kilo aß jeder Deutsche 2008 im Schnitt. 2018 nur noch rund 36 Kilogramm. Mehr als 10 Prozent weniger.

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Grillen

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Neben der richtigen Fleischsorte ist Horst Naßhan besonders wichtig wo sein Fleisch herkommt. So sehen das immer mehr Hessen. Knapp jeder fünfte Deutsche kauft sein Fleisch deshalb beim Metzger, zum Beispiel bei Jörg Meisinger in Friedberg.

Qualität statt Massenware

In der Metzgerei von Jörg Meisinger sind immer noch rund 55 Prozent des verkauften Fleisches Schweinefleisch. Ungefähr 25 Prozent sind Rind und 20 Prozent Geflügel. Doch gerade hier steigt die Nachfrage in den letzten Jahren besonders: „Beim Geflügel merke ich es schon ganz kolossal. Auch dadurch, dass wir vom konventionellen Geflügelfleisch weg gegangen sind zu Premiumqualität, was auch dem Handwerk entspricht. Da haben wir von jetzt auf gleich relativ starke Steigerungen.“

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Richtig grillen im Freien

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Mehr Qualität also statt Massenware. Auch beim Rindfleisch ist das ein Trend. Deshalb bietet er in seiner Metzgerei auch einige besonders edel verarbeitete Rindfleischsorten an: „Dry Aged-Fleisch, also trocken gereiftes Fleisch, ist jetzt in aller Munde. Auch durch das Grillen und den Grillhype, den es da gibt und da merken wir schon auch, dass die Kunden da wieder mehr kaufen und auf Qualität achten.“

Mein Hobby: Gute Ernährung

Er hat den Trend zu hochwertigem und teurem Fleisch schon früh erkannt. Bei Rinder-Landwirt Benjamin Althainz im Kreis  Marburg-Biedenkopf gibt es höchste Qualität zu hohen Preisen. Ein Kilo Rinderfilet kostet bei ihm bis zu 250 Euro - beim Metzger dagegen nur 58 Euro. Dafür ist es bei ihm ein ganz besonderes. Seit 6 Jahren züchtet und verarbeitet er neben konventionellen Milchkühen auch Wagyu - ein ganz spezielles Rind aus Japan: „Wagyu-Rind wegen der feinen Marmorieren im Fleisch und den besonderen Fettsäuren. Die haben ganz viele Omega-3 Fettsäuren drin. Und da ein ganz besonderes Fettsäuremuster, was sich im Geschmack niederlässt und somit wirklich einen einzigartigen Fleischgeschmack bietet.“

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Ein Mann wendet Fleisch auf dem Grill.

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Rund 120 Wagyu-Rinder hat Benjamin Althainz auf seinem Hof. Für die Anschaffung der edlen Tiere musste er erst mal ordentlich investieren, knapp 170.000 Euro. Die Aufzucht der Tiere ist nicht leicht, die Reifezeit in der speziellen Kammer 6-7 Wochen.

Alles Gründe für den hohen Preis des Fleisches – doch es gibt immer mehr Abnehmer: „Es sind viele, die möchten es mal probieren und kaufen das aus Neugier. Aber ich habe auch viele Kunden, die wirklich sagen, heute leiste ich mir mal was, gönne ich mir mal etwas Besonderes und dann sich ein schönes Stück Wagyu-Fleisch mitnehmen. Man kann nicht sagen, dass das jetzt eine bestimmte Altersgruppe ist oder ein bestimmtes Klientel, sondern es sind Leute, die einfach Spaß an gutem, an gutem Essen haben, die da das Hobby als gute Ernährung haben. Oder eben Leute, die gerne kochen, gerne grillen.

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Das mex- Fazit:

Der Fleischkonsum geht insgesamt nicht runter, aber er verändert sich. Trend auf dem Grill: Hochwertiger, regionaler, mehr Rind und Geflügel.

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Autor: Naïma Kunze/ Barbara Berner